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Interview – vom Standardberuf zum Entrepreneur mit Radina Veliova


Kristina Koch, SWEETSPOT Online Redaktion


Radina Veliova als Entrepreneurin, Visionärin, Vorbild und schlicht und einfach Powerfrau, erklärt, wie Sie auf ihre ganz eigene Art ihren Weg vom Hobby zum Beruf meisterte. Sie spricht von Schwierigkeiten, Ängsten, Sorgen von einigen Stolpersteinen, aber auch Ritualen, von Persönlichkeitsentwicklung und erklärt wie wichtig es ist, durchzuhalten und den Glauben an sich selbst nie zu verlieren.

„Wer wagt zu lehren, soll nie aufhören selbst zu lernen“
Radina, du bist Sängerin, Vocalcoach und bist nun schon seit einigen Jahren erfolgreich in deinem Businesszweig unterwegs. Hattest du schon immer eine bestimmte Vision vom dem, was du erreichen wolltest?
Ganz und gar nicht. Ich hatte eine Vision. Durchaus. Aber eine bestimmte? Nein – nicht wirklich. Sie hat sich über die Jahre immer wieder verändert. In Bulgarien geboren, aber in Österreich aufgewachsen habe ich, wie man es halt so in unserer Familie macht, studiert. Musik war zu dem Zeit Punkt mehr ein Hobby. Das Musikstudium, das ich parallel machte, schloss ich nie ab, da ich nie das Gefühl hatte, das zu lernen, was ich wollte. Von Musik 100 % leben zu können, war damals nur ein weit entfernter Traum.

Im Jahre 2005, gewannst du die Greencard und wandertest im Alter von nur 24 Jahren nach Amerika aus. Hatte das einen Einfluss auf deine Motivation Musik zum Haupftberuf zu machen?
Oh ja, gewaltig! Österreich ist ein sehr kleines Land mit begrenzten Möglichkeiten und einem sehr traditionellen Berufsbild. Bei mir manifestierte sich die Story im Kopf, dass es fast unmöglich sei, von Musik dort zu leben. Ich kannte nur wenige in meinem Umfeld, die das taten. In Amerika hingegen, so scheint es mir zu mindestens, trifft man überall auf Menschen, die das, was sie lieben zum Beruf machen und zeigen damit, dass „Träume keine Schäume“ sein müssen. Es scheint als würden die Menschen hier nicht so, wie zu Hause limitierende Glaubenssätze haben. Das war eine riesen Motivation für mich, meinen Traum Musik zum Hauptberuf zu machen.

Welche Meilensteine würdest du in deiner Karriere als elementar bezeichnen? 
Definitiv meine beiden Alben mit meiner Band Fatmagic, die ich mit meinem damaligen Freund in Österreich gegründet habe. Natürlich auch mein Vocalstudio – Vocals-on-Stage, dass ich im Jahre 2010 gegründet habe und wo ich nun mittlerweile 35-40 Schüler wöchentlich unterrichte. 

Sängerinnen wird stets ein starkes Selbstbewusstsein hinterhergesagt. Man sagt sie sind sehr extrovertiert und lieben die Aufmerksamkeit. Wie war das bei dir? Warst du schon immer so? 
Ich würde mich eher als extrovertierten Introvert bezeichnen. (schmunzelt sie.) Ich war als Kind sehr schüchtern und zurückhaltend. Mir war jedoch bewusst, wenn ich irgendwie erfolgreichen sein möchte mit meiner Musik, dann muss ich an meiner Persönlichkeit arbeiten. Also habe ich mich bewusst der Angst gestellt, z.B. auf der Bühne vor etlichen Leuten zu singen. Um erfolgreich zu sein, da bin ich überzeugt, muss man sich seinen Ängsten stellen. Alles, was dich aus deiner Komfortzone zwingt, hilft dir zu wachsen und auch deine Träume zu erreichen.

Was ist deine Vision und was hat dir geholfen auf dem Weg deiner Vision zu bleiben?  
Meine Vision ist es, ein Zentrum für gesunde, als auch erkrankte Stimmen von Sängern, Sprechern oder Schauspielern einzurichten („Centre for voice – Zentrum der Stimme“). 
Die Vorstellung Jemanden dabei zu helfen, singen zu können, begeistert mich. Singen stellt für mich einen absoluten Ausdruck der Freiheit dar. Und wer möchte nicht frei sein? 
Was mir insbesondere in schwierigeren Zeiten geholfen hat auf meinem Weg zu bleiben, ist der Gedanke, dass wir nur ein Leben haben. Wir verbringen sehr viel Zeit mit unserer Arbeit. Wenn wir nicht genau wissen, was wir wollen und einer Arbeit nachgehen, die uns nicht erfüllt, verschwenden wir nicht nur unsere wertvolle Zeit, sondern auch die Zeit Anderer. 
Um den Fokus nicht aus den Augen zu verlieren, habe ich Rituale, wie Meditation, Sport, Zeit in der Natur und tägliches Lesen zu meiner Gewohnheit gemacht (mein Buchtip: „The Element“ – Ken Robinson).

Meist ist der Weg eines Entrepreneurs kein Zuckerschlecken. Wie war das bei dir? Gab es Tiefschläge? Was/wer hat dich auch in schlechten Zeiten motiviert auf dem Weg zu bleiben?
Oh ja durchaus. Nachdem wir das zweite Album rausgebracht haben, hat mein damaliger Partner seinen Job verloren und die finanzielle Verantwortung lag dann ganz auf meinen Schultern, was eine große Belastung für unsere Beziehung war. Für mich war diese Zeit außerdem sehr schwer, weil ich mit meiner Passion dem Komponieren und Singen in meiner kreativen Freiheit zurück stecken musste, da es zu dem Zeitpunkt einfach nicht genug Geld einbrachte. Das war sehr frustrierend für mich, ich hielt jedoch durch. Und als mein Partner endlich seine Arbeitserlaubnis in den Staaten erhielt, konnte ich den Fokus endlich wieder aufs Unterrichten legen. Da hatte ich dann von 5 Gesangstunden in der Woche um die 20+ Stunden und es ging endlich bergauf!

Wann kam der Punkt, als du wusstest, dass deine Vision nun auch profitabel wurde? Was war dein Erfolgsdurchbruch und wie hast du dich dabei gefühlt?
Als ich gesehen habe, dass ich mit dem Gesang-Unterrichten Geld verdienen konnte. Da wurde mir klar, dass die Anfrage und der Wunsch mit mir zusammen zu arbeiten da war und ich es jetzt nur noch weiter ausbauen musste. Mein Terminkalender wurde dann sehr schnell voll und es war ein grandioses Gefühl zu wissen, dass ich mit meinem Hobby tatsächlich Geld verdienen konnte, was für mich eindeutig ein Erfolgsdurchbruch war. Es motivierte mich ungemein und gab mir ein Gefühl von Freiheit zu wissen, dass ich mein eigener Boss bin und ganz allein über das „Wie & Wann“ entscheide. 
 
Wie hängt für dich Persönlichkeit und Erfolg miteinander zusammen?
Sehr stark! Aus meiner Sicht kann man Persönlichkeit und Erfolg nicht voneinander trennen, beides geht Hand in Hand. Insbesondere im Dienstleistungsbereich, wo man eng mit Kunden zusammenarbeitet, muss man unbedingt an seiner Persönlichkeit arbeiten und stets wachsen. Hier ist Emotionale Intelligenz ein sehr wichtiger Faktor! Mein Motto ist: „Who dares to teach, never cease to learn!“ („Wer wagt zu lehren, soll nie aufhören selbst zu lernen“). Ich z.B. sehe mich nicht als die beste Sängerin, und finde es sehr wichtig es ist, sich ständig weiter zu entwickeln und an sich zu arbeiten. 

Was hast du getan, um zu wachsen? Gibt es etwas, wozu du dich (heute noch) täglich zwingen musst?
Ich versuche ständig selbst zu reflektieren und zwinge mich Dinge zu machen, die mir Angst bereiten. Ob man es glaubt oder nicht, war es für mich z.B. ein großes Thema auf der Bühne zu stehen und vor Menschen zu singen. Ich tat es dennoch und wuchs aus dieser Angst heraus. Dazu muss ich mich heutzutage zum Glück nicht mehr zwingen, da ich mich von der Angst und meinem Ego befreit habe, wenn ich auf der Bühne stehe. Jetzt kann ich es genießen und einfach in die Musik eintauchen.
Ich z.B. sehe mich auch nicht als die beste Sängerin und nehme daher selbst Gesangsunterricht um ständig besser zu werden und meinen Kunden, den besten Service zu bieten. 
Außerdem versuche ich mich ständig weiter fortzubilden. Momentan studiere ich z.B. Logopädie, was ein Teil meiner Zukunftsvision meines „Centre for voice“ ist.

Wie sieht ein normaler Alltag bei dir aus?
Ich fange fast jeden Tag an mit Sport, entweder mache ich meine eigenen Übungen, gehe Wandern oder zu einem Gruppen-Sportkurs. Sport war schon immer ein wichtiger Bestandteil meines Körpers, einfach weil ich auch weiß, wie wichtig es ist sich ausreichend zu bewegen und eine Balance zwischen Körper und Geist zu pflegen. Anschließend meditiere ich und starte dann voller Energie mit meinen Gesangstunden. 

Gibt es Tücken des Lebens, in denen du dich immer wieder findest? (Ungeduld, Selbstzweifel, Einflüsse von Dritten).
Ungeduld. Definitiv Ungeduld und negativer Selftalk. Mir kann es manchmal einfach nicht schnell genug gehen, meine Ziele zu erreichen. Da erwische ich mich oft dabei, wie ich ganz verbissen bin. Mir ist jedoch bewusst, dass Erfolg eine Kombination aus Zeit und Durchhaltevermögen ist, und das versuch ich mir immer wieder selbst vor den Augen zu führen. 

Hast du neben der Errichtung deines „Centre for voice“ weitere Zukunftsvisionen?

Auch wenn das schon viel Arbeit bedeutet, würde ich gerne meinen eigenen Youtube –Channel haben und Videos online stellen zu Gesangstips, um noch mehr Leuten helfen zu können. Auch der Traum vom Veröffentlichen eines eigenen Kinderbuches, an dem ich seit einiger Zeit nebenbei arbeite, steht ganz weit oben auf meiner Liste!


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Wir sind gespannt, welche Erfahrungen du als Entrepreneur oder Unternehmer gemacht hast

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