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Isabelle Friedrich und Julia Stephan, Gründerinnen von Zucker & Jagdwurst | „Wir wollen weg von der Vorstellung, dass die vegane Küche immer schwierig oder aufwendig sein muss“

Isabelle Friedrich und Julia Stephan, Gründerinnen von Zucker & Jagdwurst | „Wir wollen weg von der Vorstellung, dass die vegane Küche immer schwierig oder aufwendig sein muss“

Wie seid ihr auf den Namen Zucker & Jadgwurst gekommen?

Isa hat früher unter dem Namen „Isa Zucker“ das Backvergnügen für das Online-Magazin „Mit Vergnügen“ geschrieben. Die „Jagdwurst“ im Namen steht für den herzhaften Teil unseres Blogs und trifft unseren Humor ganz gut. Allgemein wollten wir Weg von dem Stereotyp, den Leute oft im Kopf haben, wenn sie an einen veganen Blog denken. Wenn unsere Leser*Innen erst auf den zweiten Blick erkennen, dass wir ein veganer Foodblog sind, freut uns das!

Wer hat euch das Kochen beigebracht?

Isa:
Seit dem Tag an dem ich mich entschieden habe mich vegan zu ernähren, blieb mir nichts mehr anderes übrig als mich viel mit den Themen kochen und backen auseinander zu setzen. Ich habe viel ausprobiert und bin dann nach und nach immer besser geworden.

Julia: Ich stand schon als kleines Kind mit meiner Oma in der Küche. Da haben wir Nudeln selbstgemacht und zum Trocknen überall in der Wohnung aufgehangen – über Töpfe und Stuhllehnen.

Neben der Tatsache, dass euer Blog vegan ist, was macht ihn so besonders und hebt ihn von der Konkurrenz ab?

Eigentlich wollen wir, dass “Zucker&Jagdwurst” kein spezieller, veganer Blog ist, sondern das Thema “vegane Ernährung” Richtung Normalität schiebt. Wir wollen gern weg von der Vorstellung, dass die vegane Küche immer schwierig oder aufwendig wäre und man 1 Million seltsame Zutaten fürs Kochen braucht. Stattdessen machen wir ganz klassische Gerichte, wie Lasagne und sogar Rouladen – halt einfach in vegan.

Foto: Hella Wittenberg

Wie seid ihr auf dieses außergewöhnliche Konzept gekommen?

Als wir auf eine vegane Ernährung umgestiegen sind, haben wir uns geärgert, dass die meisten Blogs so sehr „gesund“ und „aufwendig“ sind. Wir wollten uns damals zwar vegan ernähren, aber weiterhin ganz normale Gerichte kochen. Da wir keinen Blog gefunden haben, der dieses Konzert verfolgte, haben wir ihn einfach selber gemacht. Zudem haben wir einen gewissen Humor mit dem wir auf unseren Kanälen kommunizieren und lieben es kleine Geschichten rund um unsere Rezepte zu erzählen.

Wie verhelft ihr eurer Kreativität um neue Gerichte zu kreieren? Was inspiriert euch?

Wir nehmen unsere Inspiration oft von Reisen, Instagram, Kindheitserinnerungen und Restaurant-Karten. Oft sind wir mit unseren Freunden unterwegs und sehen viele, leckere Gerichte, die leider nicht vegan sind. Die bereiten wir dann einfach zu Hause selber zu.

Wie würdet ihr euren Wachstum beschreiben?

Wir sind sehr organisch und eher langsam gewachsen. Als wir begonnen haben hat Isa studiert und einen Nebenjob gehabt. Julia arbeitet seit Beginn Vollzeit. Daher hatten wir die ersten 3 Jahre für Zucker&Jagdwurst immer erst ab 18 Uhr oder am Wochenende Zeit. Das ist auf Dauer sehr zermürbend. Inzwischen arbeitet Isa jedoch Vollzeit für “Zucker&Jagdwurst“ und Julia arbeitet weniger in ihrem jetzigen Job. Die viele Arbeit und das Durchhaltevermögen haben sich glücklicherweise ausgezahlt.

Foto: Hella Wittenberg

Weshalb und wie lange seid ihr schon vegan?

Julia ist vor 10 Jahren vegan geworden, Isa vor 6 Jahren. Wir hatten aber beide den gleichen Grund: Wir möchten nicht, dass Tiere für uns leiden und sterben müssen. Mit der Zeit sind dann noch einige andere Gründe dazu gekommen.

Wie können wir uns die Produktion eures Contents vorstellen? Da ihr ungewöhnliche Rezepte entwerft, können wir uns vorstellen, dass es ein paar Testversuche gibt, bis das gewünschte Ergebnis steht.

3-4 Tage in der Woche sitzen wir am Laptop und entwickeln Rezepte, bearbeiten Bilder, organisieren Kooperationen, schreiben Newsletter, füllen unsere Social-Media-Kanäle und beantworten E-Mails. Zudem haben wir auch einen Podcast der inhaltlich geplant und aufgenommen werden muss.

1-2 Tage pro Woche stehen wir in der Küche und kochen und fotografieren wir neue Rezepte. Dabei geht oft etwas schief! Wir haben mal aus Versehen geschmolzene Margarine im Gasofen verschüttet, was ganz schön gefährlich werden kann. Isa hat für unser Glückskeks-Rezept Zucker mit Salz vertauscht. Das haben wir leider erst beim Essen gemerkt. Ach, die Liste könnten wir ewig weiterführen!

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Habt ihr auch mal ein Gericht ausprobiert, dass nach mehrmaligem Versuch nicht vertretbar war oder findet ihr immer Lösungen?

Es gibt ein paar Gerichte an denen arbeiten wir schon irre lang. Unsere schwierigsten Baustellen sind veganer Kassler und veganer Leberkäse. Oft kommen wir aber zu einem guten Ergebnis. Julia hat beispielsweise 4-5 Anläufe gebraucht, bis die vegane Yogurette endlich perfekt war und online gehen konnte.

Was wünscht ihr euch in Sachen Wachstum für die nächsten Jahre?

Wir freuen uns sehr über jede*n neue*n Leser*In. Wir haben den Blog aus Freude am Kochen und Backen gestartet und hatten nie einen Businessplan. Umso mehr Menschen wir zeigen können, dass eine vegane Ernährung einfach ist und gut schmeckt, desto weniger Tiere müssen leiden. Das ist die größte Motivation für uns.

www.zuckerjagdwurst.com

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