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Elnura Ashimova, Gründerin von Yoganect | Das Spotify der Yogaszene
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Elnura Ashimova, Gründerin von Yoganect | Das Spotify der Yogaszene

Community ist sehr wichtig in der Yoga Welt. Der Erfahrungsaustausch, das Gefühl aufgehoben zu sein und Treffen auf Like-Minds entsteht automatisch, sei es auf einem Yoga Festival oder Unterricht, das sagt Yoganect-Gründerin Elnura Ashimova. Die Idee zu einer Yoga-Community, die viel mehr beinhaltet, als nur Yoga zu praktizieren, entstand sogar während eines Yoga-Festivals. “Wir lernten tolle Leute kennen, doch wie es oft so ist, merkt man sich zwar den Namen, tauscht aber keine Adresse mehr aus und später sucht man dann auf Facebook nach diesen Personen, doch inzwischen sind sie dort längst nicht mehr alle zu finden oder aktiv. Das wollten wir ändern und eine Community für Gleichgesinnte schaffen, auf der man sich zu Veranstaltungen und Happenings trifft, austauscht und weiterbildet.”

Foto: Pablo Tsukayama

Elnura,erzähle uns bitte, was du vor deiner Selbstständigkeit gemacht hast.

Nach der Uni arbeitete ich in der Unternehmensberatung. Ich war ständig am Pendeln zwischen Kunden und Zuhause. 2014 brauchte ich dann einen Cut und eine Pause. Ich kündigte meinen Job und veränderte auch mein Privatleben. Ich packte mein Hab und Gut und verließ München in Richtung LA für eine Yoga Ausbildung, ohne Rückflug-Plan. Die Ausbildung zur Bikram Yogalehrerin absolvierte ich nach 2 Monaten. Danach bin ich 2 Jahre lang um die Welt gereist und habe mich in Bali, Sydney & Kalifornien verliebt. Seit 2016 bin ich wieder in Deutschland. Mich zogen Freundschaften zurück, etwas Heimweh und der Wille, wieder etwas Struktur zu schaffen.

Du bist selbst Yogalehrerin. Wie schaffst du dir Zeit deine „Downtime“ in deinen stressigen Arbeitsalltag zu integrieren? Oder ist der schon gar nicht mehr so stressig, wenn man diese Branche gewählt hat?

Auch in dieser Branche kann es stressig werden. Vor meiner Selbständigkeit habe ich viel mehr Yoga unterrichtet, doch dann blieb das eigene Praktizieren auf der Strecke. Zudem kann man als Yogalehrerin allein nur schwer über die Runden kommen, denn der Job wird eher mäßig bezahlt. Inzwischen habe ich meine Selfcare Rituale in mein Leben als Selbständige kultiviert. Wenn ich merke, ich verliere den Fokus oder es gibt wenig Raum für Emails, Notifications & Telefonate, mache ich eine Pause. Und es ist ein MUSS. Ein Tag Digital Detox, Meditation oder einfach mich in der Badewanne bewusst zu entspannen haben mir enorm geholfen.

Was waren deine persönlichen größten Herausforderungen beim Aufbau deines Unternehmens?

Perfektionismus: Ich würde mich selbst als Perfektionistin einstufen, genau das steht hin und wieder im Weg. Ich habe gelernt effizienter zu werden, in dem ich mit 80% zufrieden bin. Gerade als Start-up lernte ich früh, dass Perfektionismus nicht immer erreicht werden kann, manchmal muss man einfach liefern.

Selbstbewusstsein: ich bin von Zuhause aus eine schüchterne Person gewesen, die nach innen gekehrt war. Und es störte mich. Unsicherheit und fehlende Glaube an meinen eigenen Fähigkeiten haben mich sehr lange im Leben gebremst. Ich musste sehr viel an mir arbeiten um aus einer schüchternen grauen Maus eine Frau mit selbstbewusster Stimme zu entdecken. Die Selbstständigkeit gab mir Raum & Gelegenheiten es zu üben: zahlreiche Pitches, Treffen mit Investoren und Suche nach Funding.

Foto: Florian Göbel

Ihr beschreibt Yoganect als „das Spotify für Yoga“. Wie genau funktioniert euer Konzept?

Es ist einfach: für 7,99€ Premium Subscription können Yogis aus einer Library von Yoga Videos das passende Workout finden und nach Dauer, Lehrer und Benefits filtern. Ähnlich wie bei Spotify, gibt es bei uns den Lieblings Interpreten – den Yoga Lehrer; das gewünschte Lied – das Yoga Video und wie bei den verschiedenen Musikrichtungen haben wir diverse Yoga Styles: von Power Workout, über Vinyasa zu Entspannungsyoga. Also personalisiert und komfortabel Yoga üben in eigenem Wohnzimmer.

Ihr habt noch vor eurem Launch eure Reichweite enorm vergrößern können. Was konkret habt ihr gemacht und auf welche Tools habt ihr gesetzt um am Markt gehört und gesehen zu werden?

Durch Social Media & Partnerschaften, hierbei haben wir uns mit Influencern oder einfach Yoga Lehrern zusammengetan, die ihre persönliche Geschichte durch yoganect geteilt haben. Wir hatten vor unserem Launch über 300 Yoga Partnern und somit viel diversifizierten Content, den wir auf unseren Sozialen Kanälen geteilt haben. Wir haben aber auch Lehrgeld bezahlt. Mit diversen Online-Marketing Kampagnen via Facebook und Instagram konnten wir rausfinden, was funktioniert und was nicht, denn eine Community will authentische und aktive User, die kann man sich nicht erkaufen, die muss man sich erarbeiten.

Eure Plattform bezieht auch sehr die Kooperationen mit externen Yogalehrern und Studios mit ein. Wie helft ihr anderen Unternehmern in der Yoga-Branche zu wachsen und Teil eurer Community zu werden?

Wir arbeiten zurzeit an unserem Pilot Projekt, wo wir unsere Business Section aufbauen. Wir möchten unsere Plattform für B2B ausweiten und Yoga Unternehmen helfen ihr Geschäft zu optimieren. Das Projekt ist an die Yoga Lehrer, Event Hosts, Studio Besitzer ausgerichtet, die nach professionellen Coaches, Know-how & Kursen, oder einfach nach Business Tips suchen um ihr Geschäft erfolgreicher zu gestalten. Hier arbeiten wir mit mehreren Coaches, die bald auf unserer Plattform im Rahmen des Pilot Projektes zu finden sind. Alle können automatisch yoganect Community beitreten und von zahlreichen Ressourcen, Programmen, Webinaren & dem Austausch profitieren.

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Mittlerweile steht ein ganzes Team hinter Yoganect. Wie wichtig und wann war es für euch der richtige Zeitpunkt Aufgaben outzusourcen bzw. sich Hilfe ins Boot zu holen? Was habt ihr als erstes ausgelagert?

Als ich merkte, dass ich Prioritäten setzen musste indem ich bspw. den Bereich Social Media nur strategisch begleitet habe und den operativen Teil haben wir als erstes outgesourced. Dazu kam den Editorial Bereich und der größter Teil der Programmierung der Platform.

Wie habt ihr Yoganect finanziert und wann wurde Yoganect für euch erst profitabel? Hattet ihr Investoren mit an Bord?

Uns halfen bisher nur private Business Angels. Stattliche Förderprogramme, VC’s und Banken waren bisher nicht offen für den Yoga-Markt und/oder unser Vorhaben, und wenn, dann erwartete man quasi schon ein Unternehmen das schon funktionierte. Wirkliches „Wagniskapital“ war dort nicht zu bekommen. Das Thema Finanzierung war und ist auch eine der größten Hürden, für uns und viele andere Start-up’s die wir auf Pitch-Events kennengelernt haben. Unsere Profitabilität wird sich frühestens in zwei bis drei Jahren einstellen, was aber aus unserer Sicht völlig normal und gewollt ist, denn am Anfang stehen nun mal Investitionen im Vordergrund.

Yoga ist mittlerweile viel mehr als nur eine Entspannungsübung und zieht immer mehr mit einem Lebensgefühl gleich. Wie möchtet ihr mit eurem Konzept die Arbeitswelt beeinflussen?

Durch Erweiterung unserer Business Section möchten wir Yoga Lehrer mit Unternehmen verbinden, die bspw. als Prävention Yoga Kurse für Ihre Mitarbeiter anbieten möchten. Aber auch unsere Spotify Modell kann von Unternehmen genutzt werden, die Interesse an dem Online Yoga Angebot haben.

www.yoganect.com/

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