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Tanja Hohenester, Gründerin von tigovit | „Gerade am Anfang geht es nicht ohne ein gewisses Kapital. Es hat mich rund 40.000 Euro gekostet, um alles auf die Beine zu stellen.“

Tanja Hohenester, Gründerin von tigovit | „Gerade am Anfang geht es nicht ohne ein gewisses Kapital. Es hat mich rund 40.000 Euro gekostet, um alles auf die Beine zu stellen.“

Die Idee zum Konzept von tigovit kam Tanja Hohenester nachdem sie selbst an einem Myom (einer gutartigen Gebärmutterwucherung) erkrankte und im Selbstversuch ihre Heilung durch grünen Tee anging. Als sie durch viel Recherche und der Entdeckung der Benefits von grünem Tee große Heilungsfortschritte wahrnahm, wollte sie an andere Menschen etwas weitergebengeben, das ihr so sehr geholfen hatte. Heute bietet sie mit tigovit naturheilkundliche Möglichkeiten auf der Basis von grünem Tee an.

Liebe Tanja, was hast du vor deiner Selbstständigkeit gemacht?

Mit 19 Jahren verließ ich Deutschland und lebte 13 Jahre lang im Ausland. Dort habe ich in der Tourismusbranche gearbeitet, auf den Malediven, in Spanien, in Griechenland, Zypern, Portugal oder auf Sri Lanka, um nur einige der Länder zu nennen. Ich konnte in dieser Zeit viel Erfahrungen sammeln, die ich ansonsten kaum bekommen hätte. Ich war allein, lernte dadurch früh Aufgaben und Projekte selbständig anzugehen, was in einer kulturell immer wieder wechselnden Umgebung nicht leicht war. Ich erfuhr so viel über Menschen und andere Länder, und ich profitiere noch heute von diesen Erlebnissen.

Hattest du vorher schon unternehmerische Erfahrung?

Ich habe im Ausland selbständiges Arbeiten gelernt und früh Verantwortung übernommen. Aber Erfahrung im Aufbau oder Führen einer Firma hatte ich vor meiner Unternehmensgründung nicht. Ich erinnere mich jedoch an ein Schlüsselerlebnis im Ausland, das irgendwie die Weichen für die Zukunft stellte. Ich arbeitete auf den Malediven in einem Team, und nach einer größeren Panne stauchte uns der Manager zusammen, denn niemand sah sich verantwortlich oder hatte sich wirklich engagiert. Ich begriff vielmehr als sonst, dass das eigene Verhalten Konsequenzen hat. Man kann als passiver Zuseher danebenstehen, aber es ist wichtig, Entscheidungen zu treffen und für die Konsequenzen seines Tuns einzustehen. Nur so kann man viel umsetzen und ändern. Ich spürte damals, dass jeder von uns die Chance hat, mit Mut etwas beizutragen und die eigenen Träume zu verwirklichen – wenn man sich dafür entscheidet.

Credit: tigovit

Wie bist du auf das Konzept von tigovit gekommen?

Alles entstand durch einen Selbstversuch. Als ich nach Deutschland zurückgekehrt bin, stellte meine Gynäkologin ein Myom (gutartige Gebärmutterwucherung) fest. Als naturheilkundlich ausgerichteter Mensch kam eine Hormontherapie oder sofortige OP für mich nicht in Frage. Ich bin gut im Recherchieren und suchte nach Alternativen. Dabei stieß ich auf eine Studie, bei der Myom-Betroffene positiv auf die Einnahme von EGCG, einem Grüntee-Wirkstoff, reagierten. Ich bestellte mir Grüntee-Kapseln im Internet und nach sechs Monaten war mein Myom-Wachstum nicht nur gestoppt, sondern der Tumor schrumpfte sogar. Eines meiner Ziele im Leben ist es, mit meiner Arbeit anderen Menschen zu helfen und sie in welcher Form auch immer zu unterstützen.

Nach meiner Erkrankung und der Entdeckung des großen Schatzes, den der grüne Tee für uns darstellen kann, wusste ich, dass ich meine „Soul-Mission“, mein Lebensprojekt gefunden habe. Ich hatte schon früh eine sehr intuitive Verbindung zur Natur und jetzt fand ich etwas, das ich weitergeben konnte. Viele Frauen suchen händeringend nach naturheilkundlichen Möglichkeiten gegen Myome. Der erfolgreiche Selbstversuch war der Funke, der mir den Impuls für mein Konzept gab.

Führe uns bitte durch den Gründungsprozess von tigovit.

Am Anfang habe ich mein Unternehmen nur nebenberuflich aufgebaut. Ich studierte damals noch Sales & Marketing an der Akademie München und habe meine Unternehmensgründung in die Studienphase integriert. Alles was ich lernte habe ich als best practise für mein Unternehmensaufbau genutzt. Wir mussten zum Beispiel einen Sales- und Marketingplan während des Studiums schreiben, den ich komplett für meine Gründungsidee nutzte.

Ich musste damals wie erwähnt noch zusätzlich arbeiten, um Studium und Gründung umsetzen zu können. Ich beantrage außerdem einige Hilfen, darunter den Gründungszuschuss der IHK und leihte mir Geld von meinen Eltern, wodurch ich erstmal finanziell Luft hatte, um mich mit vollem Fokus auf mein eigenes Business zu konzentrieren. Die nächsten Schritte waren die Anmeldung einer UG beim Notar, ich holte mir einen guten Steuerberater ins Boot und dann konnte es losgehen.

Du sagst du hattest keinerlei Erfahrung in der Rezepturentwicklung. Wie hast du dich hier informiert und alles Nötige an Wissen zusammengetragen?

Wie bereits erwähnt habe ich sehr viel Recherche betrieben und stieß auf den grünen Tee als eine natürliche Heilmöglichkeit für meine Myom-Erkrankung. Ich hatte dann regelrecht Feuer gefangen und habe alles was ich finden konnte, auch medizinische Fachliteratur und Forschungsergebnisse, über den grünen Tee und EGCG zusammengetragen. Bei der faktischen Rezepturentwicklung habe ich mit einen auf Pflanzenstoffe spezialisierten Apotheker zusammengearbeitet.

Ein Fall der mich besonders faszinierte, waren die Forschungsergebnisse des Prof. Hunstein. Dieser renommierte Heidelberger Professor hatte tatsächlich wie ich einen Selbstversuch mit grünem Tee gemacht. Er erkrankte an der immer tödlich verlaufenden Amyloidose und hatte nur noch circa vier Monate zu leben. Er hörte von vielversprechenden Grüntee-Therapien und begann eine hochdosierte Selbstmedikation, die von anderen Wissenschaftlern begleitet und dokumentiert wurde. Die Behandlung war erfolgreich, denn er verlängerte sich das Leben um ganze vier Jahre.  

Credit: tigovit

Ich habe von seinen medizinischen Auswertungen profitiert, denn ich konnte sehen, bei welcher Hemmschwelle EGCG wirkt, welche ergänzenden Wirkstoffe der grüne Tee benötigt um vom menschlichen Körper verwertet und aufgenommen zu werden. Die Erkenntnisse des Prof. Hunstein sind die Bausteine von den tigovit Grüntee-Kapseln und darum hat es auch eine geheime und besondere Rezeptur, die rein auf wissenschaftlichen Auswertungen basiert.

Wie lange hat es gedauert bis dein Produkt launchfertig war und du damit an den Markt gehen konntest?

Es war ein Prozess der fast zwei Jahre dauerte. Recherche und Ausarbeitung der Idee, Rezepturherstellung, Partnerfindung im Bereich der Lohnhersteller sowie Marketing, Logo, Branding. Ein sehr wichtiger Punkt war, wo ich die besten Inhaltsstoffe für die Kapseln herbekomme, denn ich wollte 100% kontrollieren, was in die Kapseln abgefüllt wird. Für mein Produkt akzeptiere ich nur kontrollierte Ware, von der ich die Hersteller persönlich kenne und die nicht von einem Zwischenhändler stammt.

Du hast allein und nebenberuflich gegründet. Zu welchem Zeitpunkt hast du dich zu 100 % auf dein Business konzentriert und hast deinen Job aufgegeben?

Bis der erste Verkauf losging und die ersten Bestellungen eintrafen jonglierte ich mit Job, Studium und dem Unternehmensaufbau. Das machte ich bis es nicht mehr vereinbar war und ich wusste, dass ich den Sprung wagen musste. In dieser Phase habe ich noch an Wochenenden als Hostess gearbeitet, unter der Woche habe ich Vollzeit das Unternehmen aufgebaut.

Nach dem ersten Direktvertrieb bei Ärzten und dem klassischen Klinken putzen, ging der Verkauf los und die ersten Bestellungen kamen rein. Mit dem Gründungszuschuss im Rücken hatte ich den Mut, mich nach vier Monaten zu 100% auf das Business zu konzentrieren.

Wie hast du dein Business finanziert und wie schnell bist du profitabel geworden?

Gerade am Anfang geht es nicht ohne ein gewisses Kapital. Deswegen mein Tipp: Informiert euch welche Zuschüsse vom Staat oder den Handelskammern kommen kann. Für Investitionen wie das Marketing, Branding, die Webseitenentwicklung und die erste Produktion muss erstmal das Geld da sein. Es hat mich am Anfang rund 40.000 Euro gekostet, um alles auf die Beine zu stellen. Und das schaffte ich nur mit dem Gründungszuschuss, dem „Bayern Innovativ“ -Förderantrag und dem privaten Darlehen, das ich von meinen Eltern bekommen habe.

Credit: tigovit

Wie groß ist dein Team mittlerweile und welcher Aufgabe widmest du dich am liebsten in deinem Unternehmen?

Mein Team besteht aus fünf Leuten, die sehr gut harmonieren und zusammenarbeiten. Meiner Meinung nach macht die richtige Chemie im Team auch den Erfolg einer Firma aus. Das alles fließt in die Kreativität der Mitarbeiter ein, in die Freundlichkeit des Kundenservice und in neue Ideen.

Ansonsten mache ich selbst auch gerne jeden der Arbeitsbereiche. Ich verpacke Bestellungen, bereite den Versand vor und schreibe auch Rechnungen, wenn es gerade gemacht werden muss. Ich rede auch oft direkt mit den Kunden, weil meine Mobilnummer das Kundentelefon ist. Überhaupt genieße ich den direkten Kontakt, ob jetzt telefonisch mit Kunden oder auf Messen sehr, denn ich erkläre gerne das Produkt und den grünen Tee.

Aber die liebste Aufgabe? Definitiv der Besuch bei unserem Hersteller in China. Dort fühle ich mich am wohlsten, weil ich gerne reise, neue Kulturen kennenlerne und damit auch die Kontrolle habe, dass der Anbau des grünen Tees für meine Produkte rein biologisch ist.

Deine tigovit Kapseln sind mittlerweile auch in Apotheken erhältlich. Wie hast du dafür gesorgt, dass dein Produkt dort zu finden ist? Wie geht man dort am besten vor?

Meine Grüntee-Produkte (neben den tigovit Kapseln gehört seit letztem Jahr auch tigosol als Vitamin D-Komplex dazu) sind in Apotheken bestellbar und erhältlich. Außerdem bei Amazon, bei verschiedenen Gesundheitsshops und auch über die eigene Homepage www.tigovit.com.

Wichtig ist für ausreichende Reichweite zu sorgen, damit der Name gelesen wird, hängen bleibt und neugierig macht. Dann suchen die Kunden danach und bestellen es. Mein Rat ist deshalb, ein gutes Netzwerk aufzubauen, sich Partner und Influencer zu suchen, die in der eigenen Nische eine Community hab und die selbst vertrauenswürdig und einen gleichen hohen Qualitätsstandard haben.

Dein Produkt ist sehr Nischen lastig. Wie bist du anfangs dein Marketing angegangen und wie erreichst du heute deine Kunden?

Mein Ziel war es tatsächlich ein Nischenprodukt zu etablieren. Etwas Besonderes, was auf die Zielgruppe abgestimmt ist und DIE Marke in dieser Community wird. Zu meinem Sales und Marketingplan gehört auch eine Swatanalyse, die auf die Kundengruppe abgestimmt war. An dieser Analyse orientiert sich meine komplette Kommunikation.

Wie ich es mache? Ich nenne es „Herzblut“-Marketing. Ich versuche Inhalte auf der Webseite, Youtube oder auf Facebook zu erstellen, die den Menschen Mehrwert bringen. Mein Marketing setzt auch auf das große Netzwerk, das ich aufgebaut habe. Zu nennen ist hier mein Youtube-Kanal, wo ich Gesundheits- oder Wellness-Experten befrage. Experten, die selten Interviews geben, aber aufgrund des gegenseitigen Vertrauens mir Rede und Antwort stehen.

Es sind verschiedene Themen, die ich anspreche, nicht nur der grüne Tee. Meine Nischen-Zielgruppe ist immer noch die Basis und das Kernpublikum, aber gerade erweitern wir das Themenspektrum und so erreichen wir letztendlich auch mehr Menschen mit unseren Grüntee-Produkten. Wie erreiche ich heute meine Kunden? Ich würde es mit guter „Herzens“-PR und einem authentischen Auftreten zusammenfassen.

Welche Marketingstrategie hat bisher für dich am besten funktioniert?

Das Direktmarketing über naturheilkundlich interessierte Ärzte und Heilpraktiker! Ich hänge so nicht rein vom Online-Marketing ab, sondern die Kunden fassen Vertrauen zu der hohen Qualität der Produkte, da sie von einem Menschen ihres Vertrauens getestet und als sehr gut eingestuft wurden – ihrem Arzt oder Heilpraktiker. Es ist die Empfehlungs- und Vertrauensstrategie, die die treuesten Kunden bringt.

Hast du Expandierungspläne für die Zukunft?

Seit 2019 steht bei tigovit die Expansion an. Aktuell in den Mittleren Osten, da wir einen verantwortungsvollen Partner gewinnen konnten und dort die Menschen als Teetrinker-Kultur sehr offen gegenüber dem grünen Tee sind. Wir haben Vertriebspartner in den USA, Portugal, Anfragen aus Spanien, Südafrika und werde unsere Produkte als „egcg company“ in Form eines Franchise-Unternehmens in verschiedene Länder bringen. Meine Mission ist es, das Wissen über die große Heilkraft des grünen Tees weiterzutragen und vielleicht damit mehr Menschen auch eine stärkere Rückbindung zur Natur zu eröffnen. Das ist mein Wunsch.

www.tigovit.com
@tigovit_

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