Thomas Fulk, Besitzer von Members über seine Erfahrungen während der Pandemie: „Alles, was ich tue, mache ich zu 100 %. Mir blieb nichts anderes übrig, als immer weiterzumachen. Ich hätte nach der ersten Schließung aufgeben können, aber das war für mich nie eine Option.“

In Los Angeles findest du eine große Auswahl an unglaublichen Restaurants und Küchen aus ganzer Welt. Du kannst Asien, Europa & den Orient an nur einem Tag erleben. Hier kannst du zwischen 30.000 Restaurants, mitunter der besten Restaurants der Welt wählen. Jedes einzelne muss hart daran arbeiten, den Wettbewerb standhalten zu können und ein kulinarisches Erlebnis für ihre Kunden zu kreieren. 

Members (https://members.love) – gegründet inmitten der Pandemie, ist eines dieser Restaurants und Lounges mit leckerem Essen und elektronischer Life-Musik. Es bietet eine charmante und gemütliche Atmosphäre des Orients: ein geräumiges und einladendes Wohnzimmer, das die Tür zu einem exotischen marokkanischen Palast öffnet. Ein Menü, inspiriert von mediterranen Aromen, das für jeden Geschmack was zu bieten hat. Versprochen.

Thomas, der Eigentümer und Gründer von Members, hat sein ganzes Leben lang im Gastgewerbe gearbeitet. Vom angehenden Manager zum Haupt-Manager, der in mehreren Restaurants und Clubs auf der ganzen Welt gearbeitet hat, sammelte er viel Erfahrungen und machte seinen Traum zum eigen Lounge mit Members wahr. Die Eröffnung jedoch war mit zahlreichen Stolpersteinen gepflastert, wie er selbst erklärt.

Thomas, wie hat alles angefangen?

Im Jahr 2020, inmitten der Pandemie, erhielt ich einen Anruf eines Freundes, der mir von einer Rooftop-Bar in den Beverly Hills erzählte, die zur Miete zur Verfügung stand. 

Es war der Wahnsinn, zu dieser Zeit mussten Restaurants ihre Sitzsituation neu erfinden und waren gezwungen, ins Freie zu ziehen, während Lounges komplett geschlossen werden mussten. Viele Restaurants konnten die Anforderungen nicht erfüllen und mussten komplett schließen. 

Hier sahen wir unsere Chance, die zur Verfügung stehende Rooftop-Bar zu mieten und Members zu eröffnen – eine Outdoor-Lounge über den Dächern von Beverly Hills mit toller Musik, Getränken und einer kleinen Speisekarte. 40.000 Dollar habe ich auf meine Kreditkarte gebucht und damit Möbel gemietet, einen Koch eingestellt und das ganze Konzept in nur einer Woche erstellt. 

Als einzige Rooftop-Bar im Freien, die zu dieser Zeit geöffnet war, waren wir ein riesen Erfolg. Dies hielt jedoch nicht lang, da die Stadt und die Genehmigung für nur 1 Monat erlassen hat. Wir nahmen also all unsere Gewinne und investierten diese in eine neue Location in Downtown. Wir verdoppelten das Personal, kauften neue Möbel und Dekoration.  Es war durchaus herausfordernd und riskant, aber wir wagten es und die Leute haben es geliebt – es war wieder ein großer Erfolg! 

Foto: Ludovic Nortier

Bis… wir wieder schließen mussten. Aufgrund der neuen Pandemie-wellen mussten wir für einen Monat schließen.  Und wieder nutzten wir die Zeit umzubauen, die Location und das Essen zu verbessern. Nachdem wir wieder aufmachen durften, sind wir kurze Zeit später zu unserem jetzigen Standort in West Hollywood mit verbessertem Essen und Atmosphäre umgezogen, wo wir Donnerstag bis Sonntag geöffnet sind

Die Pandemie war…

Eine sehr herausfordernde Situation. Eine Lounge in Los Angeles zu eröffnen ist schon nicht die einfachste Sache, aber all das während der Pandemie, mit all den Einschränkungen und Anforderungen zu tun, um offen bleiben zu dürfen, ist eine völlig andere Geschichte. Wir mussten alles im Griff haben – Masken, Covid-Tests, Desinfektion, soziale Distanzierung usw. Die Stadt führte täglich Kontrollen durch und hätte nicht davon abgeschreckt uns zu schließen, falls wir gegen irgendwelche Regeln verstoßen hätte oder sie das Risiko einer vermehrten Infektion bestünden hätte. 

Alles, was ich tue, mache ich zu 100 %. Mir blieb nichts anderes übrig, als immer weiterzumachen. Ich hätte nach der ersten Schließung aufgeben können, aber das war für mich nie eine Option. Das war schon immer meine Mentalität. Deshalb habe ich trotz vieler Niederschläge und Herausforderungen nie aufgegeben. 

In der Zwischenzeit bin ich auch noch Vater geworden. Meine großartige Frau war immer eine wundervolle Unterstützung und erinnerte mich stets daran, wie wichtig es ist, Zeit mit Familie zu verbringen und mein Leben zu balancieren. Dieses Geschäft ist mit so viel Druck verbunden: von Vermietern, über Kunden zum allgemeinen Wettbewerb. Es kann so viel schiefgehen. Hin und wieder werde ich daran erinnert, wie wichtig es ist, eine Pause von all dem zu machen. Und so flüchten wir hin und wieder zum Nationalpark Joshua Tree und Ruhe vom ganzen Stress zu finden und neue Ideen zu sammeln. 

Meine größte Motivation immer weiterzumachen ist mein Lebenszweck, der Grund, warum ich mache, was ich mache. Das Leben ist manchmal hart und kann ziemlich überwältigend sein. Meinen Kunden einen Ort zu bieten, an den sie sich zurückziehen können, um ihre Probleme zu vergessen, sich mit Freunden treffen, neue Leute kennenlernen, Körper und Seele mit guter Musik, Getränken und Essen zu nähren, ist ein großer Traum und eine wahr gewordene Vision. 

Zudem schaffe ich auch noch Arbeitsplätze und helfe somit der Wirtschaft.

Foto: Ludovic Nortier

Eine gute Führungskraft ist für mich jemand, der Entscheidungen und die Richtung, in die er sich bewegt, regelmäßig reflektiert. Man muss jederzeit flexibel und bereit sein, sich zu verändern und zu verbessern. 

Ich sehe meine Mitarbeiter als Familie. In Wirklichkeit sind sie diejenigen, die mein Geschäft führen – dessen muss Sie sich jeder Besitzer eines Restaurants bewusst sein. Ich versuche meinen Mitarbeiten die Möglichkeit zu bieten innerhalb meines Betriebes zu wachsen und sich ebenso weiterzuentwickeln, und fähig zu sein, größere Anforderungen aufnehmen zu können.

Auch wenn mein Geschäft geboomt hat, stand ich vor etlichen Herausforderungen und bin sogar zweimal fast Bankrott gegangen. Ich musste lernen meinen Cashflow besser zu kontrollieren und durfte den Fokus nicht verlieren, wahrend ich versucht habe andere Projekte voranzubringen. Menschen, mit denen ich zusammen gearbeitet habe, haben mich enttäuscht und ich musste Leute mehrmals entlassen. Das war alles nicht einfach.

Zu Beginn, hatte ich Partner und musste sie auszahlen. Ich habe gelernt, Menschen nicht allzu leicht zu vertrauen und sicherzustellen, dass alle Papiere und Bürokratien vollständig und unterschrieben sind, bevor ich irgendwas starte.

Covid hat definitiv zum Erfolg von Members beigetragen oder uns zumindest dabei geholfen, schneller popular zu werden, da wir die einzige Lounge/das einzige Restaurant waren, das zu diesem Zeitpunkt geöffnet war, und die Leute begierig darauf waren, endlich ausgehen zu können. Unsere Tische waren ständig ausgebucht. 

Aber ich denke, dass das Konzept und die Energie und Arbeit, die ich in diesen Ort gesteckt habe, früher oder später zum Erfolg geführt hätte. Daran glaube ich ganz fest. Ich habe eine Marke und Konzept gegründet, die jetzt für etwas steht.

Um langfristig erfolgreich zu bleiben, muss sich ein Ort ständig weiterentwickeln und verändern. Die Atmosphäre muss stimmen und für sich einzigartig sein. Leute müssen sich wohl und entspannt, inmitten von großartigem Essen und toller Musik, fühlen. 

Im Allgemeinen lege ich großen Wert auf den Service. Ich glaube, dass das Einstellen von Mitarbeitern in erster Linie über deren Persönlichkeit erfolgen sollte, da sich diese später im Service widerspiegeln wird. Erfahrungen im Service -Bereich helfe natürlich sind für mich jedoch nicht ausschlaggebend, da man alles lernen kann. Mit gutem Service kommen Menschen gerne zu uns zurück und entfliegen ihrem Alltag und mein Job ist damit getan.

Dies ist ein Interview von Kristina Koch, Redakteurin.

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