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Diana Meier-Soriat, Gründerin von Sketchnotes by Diana | “Durch meine starke Social Media Präsenz habe ich noch nie Akquise betrieben.“

Diana Meier-Soriat, Gründerin von Sketchnotes by Diana | “Durch meine starke Social Media Präsenz habe ich noch nie Akquise betrieben.“

Diana Meier-Soriat, die Gründerin von Sketchnotes by Diana, hatte ihre Selbstständigkeit nicht wirklich geplant. Bereits 2014 hatte sie schon begonnen Projekte umzusetzen und Sketchnotes auch in ihrem Alltag anzuwenden. Als sie sich dann aufgrund des großen Erfolges 2015 selbständig gemacht hat, war sie nebenbei auch noch in einem Angestelltenverhältnis tätig. „Als ich merkte, wie gut alles läuft, habe ich meine Anstellung an den Nagel gehängt. Insofern war es eine Zeitlang auch noch paralleles Arbeiten. Bis ich merkte: Das ist genau DAS, was ich machen möchte. Das läuft, das macht Spaß und es macht mich total glücklich.“ Wir haben mit ihr über ihr Konzept und ihre Motivation gesprochen.

Was ist das Besondere an Sketchnotes?

Sketchnotes sind authentisch und unperfekt und sie sind handgeschrieben oder gezeichnet.  Das schafft Vertrauen. Im Gegensatz von vektorisierten Bildern, die digital erstellt werden und wo vielleicht jede Linie perfekt passt, sind Sketchnotes visuelle Notizen, die aus einer Mischung aus Zeichnungen, Handschrift, Typografie und grafischen Elementen wie Pfeilen und Linien bestehen. Perspektive und Größenverhältnisse spielen keine Rolle, denn es geht nicht um Kunst, sondern um die Idee dahinter. Das macht das ganze irgendwie „echt“ und sympathisch.

Du gibst mit deinen Sketchnotes regelmäßig Visualisierungsworkshops. Warum ist diese Technik besonders dafür geeignet?

In diesen Workshops zeige ich den Teilnehmern, wie sie mit wenigen Strichen Informationen oder Botschaften auf den Punkt bringen können. Ich zeige den Teilnehmern, wie sie durch gezieltes Einsetzen von Handschrift und Symbolen Informationen besser verankern können. Sie lernen auch wieder statt Power Point visuelle Methoden zu nutzen, indem sie zeichnen oder wieder mal an das Flipchart gehen.

Wer sind deine Kunden und wie gewinnst du Aufträge? Akquirierst du noch selbst oder kommen Kunden mittlerweile auf dich zu?

Meine Kunden kommen wirklich aus allen Bereichen. In meinen eigenen Workshops erwartet mich immer ein bunter Mix aus Berufstätigen, wie Personalern, Coaches, Bankmitarbeitern – eigentlich alles Berufssparten, genauso aber auch Privatleute, Rentner, Schüler und Studenten. Zudem bin ich deutschlandweit in verschiedensten Unternehmen aus allen Berufsparten unterwegs, ebenso in Fortbildungszentren, Hochschulen und Unis. Sketchnotes lassen sich einfach überall anwenden. Durch meine starke Social Media Präsenz habe ich noch nie Akquise betrieben. Meine Kunden kommen über meine Social-Media-Kanäle, über meinen Blog und meine Website oder aber einfach über Mundpropaganda.

Wann haben sich die ersten Kooperationen ergeben?

Das passierte relativ schnell – ebenfalls durch meine Social Media Präsenz, vor allem auf Instagram. In den meisten Kooperationen handelt es sich um Material wie Stifte, Farben, Papier und Aquarell. Da ich dort allerdings auch viel aus meinem Familienalltag teile (ich koche leidenschaftlich gerne) habe ich auch einiges an Kooperationen zum Thema Alltag und Familie.

Welche Art von Aufträgen machen dir am meisten Spaß?

Am liebsten sind mir nach wie vor die Workshops. Da bin ich ein alter Hase, da habe ich richtig viel Spaß und ich liebe es, die Menschen wieder zurück zum Stift zu führen und ihre Begeisterung zu teilen. Auftragssketchnotes machen auch Spaß. Es fordert mich einfach in Bildern zu denken und Prozesse, Erklärungen etc. umzusetzen. Auch das Live-Zeichnen (Graphic Recording) während einer Konferenz oder Tagung liebe ich sehr. Auch wenn ich immer noch total nervös davor bin. Und dann liebe ich es für die verschieden Stiftehersteller zu arbeiten und Projekte umzusetzen. Ach, ich mag einfach alles an meinem Beruf.

Ich kann mir vorstellen, dass viele das Sketchnoting abwimmeln, da sie denken, dass sie nicht besonders kreativ begabt sind. Würdest du dich selbst als Künstlerin bezeichnen?

Gute Frage… Ich sah mich ursprünglich nicht als Künstlerin. Weder habe ich Kunst oder Grafikdesign studiert, sondern ein Wirtschaftssstudium belegt.  Künstler waren für mich immer noch die, die vor einer Staffelei stehen, Portraits oder Landschaften malen und sich in einer Galerie feiern lassen. Dass ich jetzt beispielsweise bei Faber-Castell auf der Website als „Künstler“ aufgeführt bin, macht mich schon sehr stolz. Ich glaube, es kommt darauf an, wie man Künstler definiert. Insofern würde ich folgendes sagen: Ich kreiere, ich erschaffe, also bin ich wohl auch eine Künstlerin.

Du führst ja auch mit großer Begeisterung deinen Blog. Welchen Stellenwert hat der in deinem Business?

Credit: Sigrun Strangemann

Das hat in jedem Fall einen großen Stellenwert. Ohne meinen Blog hätte ich auch nicht den Mut gehabt Bücher zu schreiben. Auf meinem Blog stelle ich viel zum Thema Sketchnotes oder auch Bullet Journal vor. Allerdings Bücher zu schreiben und in den Händen zu halten ist schon etwas Besonderes. Wie Babies irgendwie…. Ein tolles Gefühl. Und erst der Blog und das entsprechende Feedback hat mir den Mut gegeben, Bücher zu schreiben.

Bist du heute noch eine One-Women-Show? Und was könntest du dir zukünftig in Sachen Expandierung und Wachstum deines Businesses vorstellen?

Ich bin quasi eine One-Women-Show, aber ich habe mittlerweile auch Hilfe. Ich habe eine tolle Assistentin, die mir unliebsames wie Buchhaltung etc. abnimmt. So kann ich das tun, wofür ich mich begeistere und was ich wirklich kann. Dinge wie Administration und Buchhaltung blockieren mich, denn wenn diese unerledigten Dinge im Nacken sitzen, habe ich Schwierigkeiten kreativ zu sein. Ja und ich möchte wachsen und plane nun zu meinen Onlinekursen auch Materialbundles, um den Teilnehmern das Zusammensuchen der Materialien zu erleichtern. Das wird klein starten und dann sehen wir mal, was daraus wird.

www.sketchnotes-by-diana.com
@dianasoriat

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