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Sophie Kühn, Gründerin von Miss Sophie | Der erste Härtetest kam schon nach zwei Monaten – doch unterkriegen ließ sie sich nicht
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Sophie Kühn, Gründerin von Miss Sophie | Der erste Härtetest kam schon nach zwei Monaten – doch unterkriegen ließ sie sich nicht

Während ihres Auslandssemesters in Südfrankreich war Sophie Kühn ständig mit ihren Freundinnen am Strand. Sommer, Sonne, Sonnenschein, nichts sollte die Stimmung trüben, wenn da nicht das Problem mit den Nägeln gewesen wäre. Egal, wie teuer ihr Nagellack war, er splitterte durch das Salzwasser und den Sand immer sofort wieder ab.

Selbst ist die Frau – sie recherchierte und entwickelte also so lange Nagelfolien, die immer weiter verbessert und getestet wurden, bis sie zufrieden war. Sophie löste also ihr eigenes Problem und entwickelte Nail Wraps, die länger halten würden, als herkömmlicher Nagellack und auch nach Tagen am Strand wie neu aussehen würden. Selbst stylische Designs wurden entwickelt, die man sich nicht mal schnell selbst auf die Nägel pinselt. Im Interview hat sie uns davon erzählt, wie sie ihr Unternehmen schon als 24-Jährige gegründet hat und wie sie einem herben Rückschlag nach schon zwei Monaten trotzte.

Foto: Miss Sophie

Sophie, du warst bei deiner Businessgründung gerade mal 24 und noch an der Uni. Was waren die ersten Schritte, die du gemacht hast, um den Stein ins Rollen zu bringen?

Am Anfang der Gründung habe ich mir ein großes Netzwerk aufgebaut und vielen Leuten meine Idee gepitcht. Nachdem der Prototyp entwickelt und marktreif war, konnten wir den Webshop aufbauen. Die Nail Wraps und Designs haben wir anhand von Kundenfeedback stetig weiterentwickelt und die Marke durch Influencermarketing aufgebaut.

Wie oft musstest du dir anhören „suche dir doch erstmal einen richtigen Job – was handfestes!“?

Natürlich gibt es immer viele Zweifler, davon sollte man sich aber nicht unterkriegen lassen! Denn auf der anderen Seite gibt es auch viele Supporter und wenn man an seine Idee glaubt, sollte man es wagen zu gründen.

Wusstest du, auf was du dich als Unternehmerin einlässt?

Es geschehen immer unvorhersehbare Dinge, mit denen man so nicht gerechnet hätte. Daher hatte ich den nötigen Respekt, denn am Anfang muss man häufiger um seine Existenz bangen. Aber: so viele Tiefs es gibt – es gibt mindestens genau so viele Hochs, für die es sich lohnt, weiterzumachen. Und man wächst ja bekanntlich an seinen Aufgaben.

Foto: Miss Sophie

Du sagst, dass der Lebensstil eines Gründers doch sehr ähnlich ist, mit dem eines Studenten. Was meinst du damit?

Um etwas zu erreichen, muss man sich sowohl als Student als auch als Gründer selber organisieren und disziplinieren und in den Nächten und an Wochenenden arbeiten, anstatt auszugehen. Da ich schon immer sehr zielstrebig war und ich weiß, wofür ich arbeite und somit meinen Traum verwirklichen kann, empfinde ich es gar nicht als Arbeit. Außerdem glaube ich, dass es sehr hilfreich war, dass ich als Student noch keinen hohen Lebensstandard hatte und vorher kein festes Einkommen kannte.

Du hattest bereits zwei Monate nach der Gründung schon mit rechtlichen Problemen zu kämpfen bzgl. deiner Marke. Was war da los und wie hast du es gelöst?

Ein großer deutscher Discount Supermarkt hatte einen Widerspruch gegen unsere Marke eingereicht und forderte, dass wir mit sofortiger Wirkung unsere Marke und Produkte vom Markt nehmen. Damit hätte ich niemals gerechnet und es war für mich persönlich eine ganz neue Art des Angriffs. Wir konnten uns mit dem Anspruchsteller außergerichtlich einigen und die Klassifikation unserer Marke anpassen. Durch dieses Problem habe ich in der folgenden Zeit mit vielen Anwälten gesprochen und noch einiges über das deutsche und europäische Markenrecht gelernt.

Viele hätten hier vermutlich schon den Kopf in den Sand gesteckt. Warum hast du dich davon nicht einschüchtern lassen?

Dank meiner stets optimistischen Kollegen und einem starken Netzwerk war für uns schnell klar, dass wir unseren Namen und unsere Marke nicht aufgeben wollten.

Foto: Miss Sophie

Als Entrepreneur ist man doch sehr auf die Zusammenarbeit mit guten Partnern angewiesen. Welcher Zusammenarbeit schuldest du deinen Erfolg? Und wie hast du diesen Partner gefunden?

Ich bin vor allem dm für unsere Kooperation dankbar. Heute sind wir zwar nur noch online vertreten, aber besonders für das Branding unserer Marke war diese Zusammenarbeit von großer Bedeutung. dm hat es uns ebenfalls ermöglicht, uns mit einem großen Stand auf der GLOW by dm in Berlin und Dortmund zu präsentieren. Die GLOW by dm ist die größte Beauty Convention in ganz Europa und somit war es für uns eine unglaubliche Gelegenheit.

Nun bist du als junge Unternehmerin schon für Personal verantwortlich. Wie fühlt sich das für dich an und wie schwierig war es für dich das richtige Personal zu finden, wirtschaftlich zu denken und so eine große Verantwortung anzunehmen?

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Ich bin mir meiner immensen Verantwortung durchaus bewusst – immerhin verantworte ich das Einkommen und die Entwicklung meiner Mitarbeiter. Aber auch in diese Rolle wächst man als Unternehmerin rein: angefangen haben wir mit Praktikanten und Werkstudenten, bis wir schließlich unsere ersten Festangestellten eingestellt haben. Dabei ist es immer eine Herausforderung, die besten Mitarbeiter zu gewinnen und zu halten. Man muss aber auch lernen, sich von Mitarbeitern zu trennen, was einem gerade zu Beginn nicht leichtfällt.

Foto: Miss Sophie

Hattest du aufgrund deines Alters bereits mit Vorurteilen als Unternehmerin zu kämpfen?

Auch, wenn man das denken könnte, hatte ich damit keine Probleme. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass das Alter eher eine untergeordnete Rolle spielt, solange man ein authentisches Auftreten und eine überzeugende Idee hat.

Was tust du konkret, um mit deiner Idee am Markt gesehen und gehört zu werden?

Besonders wichtig war und ist für uns das Influencermarketing, um die Bekanntheit der Marke immer weiter auszubauen. Da es gerade in der Beauty Branche relevant ist, die neusten Trends zu kennen, lassen wir uns von diesen für unsere ständig neuen Designs inspirieren.

Was steht als Nächstes an?

Als Nächstes werden wir unsere europäische Internationalisierung vorantreiben. Bereits heute haben wir viele zufriedene Kunden im europäischen Ausland. Jetzt ist es unsere Aufgabe die Märkte zu erschließen und eine einzigartige Marke in Europa aufzubauen. Ich freue mich auf diese neue Herausforderung! Denn so wird es nie langweilig bei Miss Sophie.

www.miss-sophie.com

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