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Natalie Kirchbaumer und Wanda Ganders, Gründerinnen von Meine Ernte | „Es ist sehr hilfreich und macht noch mehr Spaß, wenn man sich mit der besten Freundin selbständig macht.“

Natalie Kirchbaumer und Wanda Ganders, Gründerinnen von Meine Ernte | „Es ist sehr hilfreich und macht noch mehr Spaß, wenn man sich mit der besten Freundin selbständig macht.“

Zur Einsicht, was eigentlich gesund ist und guttut, kamen Natalie Kirchbaumer und Wanda Ganders, die Gründerinnen von Meine Ernte, in ihrem Studium, als ihnen bewusst wurde, wieviel Fastfood und Fertiggerichte eigentlich täglich auf ihrem Mittagstisch landeten. Die Konsumgewohnheiten wurden überdacht und die beiden stellten schnell fest, dass der Eigenanbau von Gemüse und die Selbstversorgung doch eigentlich das Beste wäre, was einem geboten werden könnte. Als Mieter in einer Großstadt jedoch ein Ding der Unmöglichkeit. Die Aspekte der Regionalität und Saisonalität immer im Kopf behaltend, entwickelten sie das Konzept ihres heutigen Businesses und arbeiten mittlerweile mit vielen Landwirten zusammen, um dem nachhaltigen Wunsch nach organischem Gemüse im Eigenanbau ihrer Kunden nachzukommen.

Liebe Wanda, erkläre uns bitte wie das Konzept von Meine Ernte funktioniert.

Bei uns kannst du dir an einem unserer 27 Standorte einen Gemüsegarten mieten, der mit über 20 Gemüsearten professionell vorbereitet ist. Während der Saison kümmerst du dich um den Garten und kannst dann alles ernten, was darin wächst. Hierbei übernehmen unsere Landwirte die Vorbereitung für dich: Düngung, Bodenarbeiten, Säen und Bepflanzen deines Gartens und neben den vielen gesäten und gepflanzten Reihen gibt es noch ein Wunschbeet, für deine eigenen Wünsche und Ideen.

Wichtig ist uns, dass man einen Rundum-Service im Garten genießt: Wir stellen Wasser, Geräte und unterstützen dich mit all unserem Wissen über die ganze Saison. Du kannst also Gemüse ernten, das so frisch ist wie nirgendwo sonst. Außerdem weißt du, dass es unbelastet, also frei von Pestiziden ist. Du mietest deinen Garten übrigens jeweils für nur eine Saison – hast du danach andere Pläne, benötigst du keine Kündigung. Es ist also alles so geplant, dass es besonders einfach für dich ist.

Was habt ihr vor eurer Selbstständigkeit gemacht?

Natalie war vor Meine Ernte bei der deutschen Post im Inhouse Consulting tätig und davor bei Europcar im Vertrieb. Ich war viele Jahre bei der Deutschen Bahn, dort in unterschiedlichen Bereichen zunächst als Assistenz der Geschäftsführung in der Logistik-Sparte und später dann Teamleiterin im Vetrieb. Wir haben also nach unserem Studium schon mal fleißig Erfahrung in den Bereichen Marketing / Vertrieb und Organisation gesammelt, was uns bei Meine Ernte natürlich auch geholfen hat, nicht direkt nach dem Studium, sondern uns eben mit ein paar Jahren Arbeitserfahrung selbständig zu machen

Woher habt ihr gelernt wie Unternehmer zu denken und zu handeln? Gab es Unterstützung von außerhalb?

Wir kommen beide aus Familien mit einigen Selbständigen und Unternehmern. Natalies Mutter sowie ihr Bruder sind seit vielen Jahren Unternehmer. Mein Vater war auch selbständig und mein Mann ist ebenfalls Unternehmer. Ich denke, wenn man es bei seinen eigenen Eltern Tag für Tag miterlebt hat, welche Freiheiten und Möglichkeiten der eigenen Entwicklung (aber natürlich auch wie viel Arbeit und Verantwortung) die Selbständigkeit mit sich bringt, dann ist der Sprung ins kalte Wasser, also vom Angestellten-Verhältnis ins Unternehmertum, nicht ganz so schwer.

Außerdem ist es natürlich sehr hilfreich und macht noch mehr Spaß, wenn man sich mit der besten Freundin selbständig macht und weiß, dass man sich gegenseitig zu 100% aufeinander verlassen kann, man wichtige Entscheidungen zu zweit treffen kann und gemeinsam das Unternehmen nach vorne treibt.

Wie haben die Landwirte, die ja ihre Grundstücke zur Verfügung stellen, auf euer Konzept reagiert? Haben die das gleich begrüßt?

Am Anfang haben wir ganz viel klassische Kaltakquise gemacht, einfach, weil das ein neues Konzept war und damit auch den Landwirten unbekannt. Die Landwirte haben aber schnell festgestellt, dass das Konzept aufgeht und sie zudem noch weitere Vorteile für den eigenen Betrieb haben. Allgemein wächst das Verständnis für die Probleme der Landwirtschaft. Ganz konkret haben beispielsweise diejenigen, die Direktvermarkter sind, durch die Gärtnerinnen und Gärtner auch neue Kunden für ihre eigenen Produkte gefunden. Inzwischen haben wir zahlreiche Anfragen, die von interessierten Landwirten an uns kommen. Das freut uns natürlich sehr.

Nun gehören zu einem Unternehmen ja mehrere Abteilungen. Wie organisiert ihr euch? Wer macht Marketing, Buchhaltung, Vertrieb etc.? Und macht ihr das nach wie vor zu zweit?

Genau, am Anfang haben Natalie und ich alles selbst gemacht, angefangen von der Buchhaltung bis hin zur Beantwortung von jeder E-Mail. Mittlerweile haben wir einerseits Dienstleister, die uns unterstützen, wie unser Steuerberater oder ein selbständiger ITler, der sich um die Hard- und Software kümmert. Das ist natürlich schon mal eine Riesen Entlastung.

Andererseits haben wir ein eigenes Team, das für Meine Ernte richtig brennt. Ina ist verantwortlich für unsere Social-Media-Kanäle und unsere Newsletter und gärtnert selbst leidenschaftlich in ihrem Garten. Steffi verantwortet u.a. den Content unserer Homepage und baut Gemüse auf ihrem Balkon an. Christian ist unser SEO Experte und hat wesentlich zum Aufbau unseres Shops beigetragen, er hat auch ein Hochbeet mit Gemüse und Kräuter. Unterstützt wird Christian von Kay, die unsere Hersteller betreut. Wolfgang ist unser Lager-Experte, packt die Bestellungen und betreut unsere Gemüsegarten-Standorte und Markus ist unser Kundenmanager, beantwortet rund 5000 Emails pro Jahr und wahrscheinlich fast genauso viele Anrufe. Markus ist gelernter Gärtner, hat einen Schrebergarten und kann somit ALLE Fragen unserer Kunden fachmännisch beantworten. Es ist uns also ganz wichtig, dass unsere Kollegen selbst hinter den Themen Gärtnern und Selbstversorgung stehen.

Natalie und ich haben uns die Bereiche auch aufgeteilt, man schafft es einfach nicht, sich in jedes Thema einzudenken, mitzuarbeiten und gleichzeitig die Firma weiterzuentwickeln. Wir stehen aber in einem sehr engen Austausch miteinander, damit wir die Themen auch verzahnen können.

Wie viele Standorte habt ihr mittlerweile und wie geht ihr vor, wenn ihr wieder einen neuen erschließen wollt?

Inzwischen haben wir 27 Standorte in ganz Deutschland mit etwa 3000 Gärten, die von vielen Tauschenden GärtnerInnen bewirtschaftet werden (in der Regel kümmern sich 2 bis 3 Personen um einen Gemüsegarten). Wir wollen aber noch weitere Standort eröffnen! Zuerst prüfen wir dann, wo ein Standort die notwendige Nachfrage haben könnte. Wenn uns aus dieser Gegend noch kein Landwirt angesprochen hat, gehen wir selbst auf die Suche. Wenn dann alles passt, und das schließt auch die Chemie mit dem neuen Landwirt ein, steht einem neuen Standort nichts mehr im Wege.

Gibt es Regionen wo euer Konzept besser ankommt, als in anderen?

Wir freuen uns sehr, dass unser Konzept deutschlandweit auf viel Zustimmung und Nachfrage stößt. Und gerade in diesen unsicheren Zeiten sehnen sich die Menschen noch mehr nach einem Rückzugsort in der Natur!

www.meine-ernte.de/
@meineernte.de

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