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Lea Lange, Gründerin von JUNIQE | „Mittlerweile bin ich in einer Situation, dass ich mir wieder die Zeit nehmen kann, mich mit Themen zu beschäftigen, die mich sehr begeistern und nicht mehr nur abarbeite.“

Lea Lange, Gründerin von JUNIQE | „Mittlerweile bin ich in einer Situation, dass ich mir wieder die Zeit nehmen kann, mich mit Themen zu beschäftigen, die mich sehr begeistern und nicht mehr nur abarbeite.“

Lea Lange, die Mitgründerin des Art Shops JUNIQE, liebt Interior Design. Doch auch für jemanden, der sich gerne und gut mit dem Thema auskennt, war es sehr schwer, tolle Bilder – Poster, gerahmte Prints – zu finden. Zumindest dann, wenn man auf der einen Seite nicht einfach zu IKEA gehen und sich die Golden Gate Bridge an die Wand hängen wollte und auf der anderen Seite nicht das Budget für Fine Art hatte. Lea löste für sich und ihre Kunden das Problem, indem sie mit ihrem Businesspartner den Art Shop JUNIQE gründete. Im folgenden Interview gibt sie uns einen Einblick in ihre Gründungsgeschichte.

Liebe Lea, Du hast mit zwei Business-Partnern gegründet. Wie hat sich das ergeben und woher kennt ihr euch?

Ich war zwei Jahre bei einem anderen Early Stage Start-up – Casacanda, später Fab.com – tätig. Dort habe ich bereits sehr eng mit meinem heutigen Mitgründer Marc zusammengearbeitet, außerdem konnte ich erste E-Commerce und Start-up Erfahrung sammeln. Marc und Sebastian haben zusammen studiert. Das war natürlich eine perfekte Ausgangslage: Wir haben bereits vor der Gründung von JUNIQE zusammengearbeitet.

Seid ihr alle gleich „All-In“ in eure Idee, also auch zu 100 % und ohne Teilzeitjobs?

Ja, anders wäre es auch nicht gegangen. So eine Gründung braucht 100% Fokus und es gibt unendlich viel zu tun.

Bei drei Gründern gibt es auch automatisch drei Meinungen. Musstest du schon einmal mit einer Idee zurückstecken, weil du die anderen zwei nicht dafür gewinnen konntest?

Auf jeden Fall. Wir haben besonders in den ersten Jahren die meisten Themen gemeinsam diskutiert und besprochen. Da musste jeder auch mal zurückstecken und die besseren Argumente der anderen berücksichtigen.

Ihr habt JUNIQE in relativ kurzer Zeit ziemlich weit gebracht. 2013 gegründet, wart ihr schon in 2017 ein Team von über 100 Leuten. Würdest du sagen, du warst damals und heute eine gute Chefin? Und welche Ansprüche hast du hier an dich selbst?

Bei der Gründung von JUNIQE war ich noch sehr jung und habe mich zunächst vor allem darauf konzentriert, meine Bereiche und Projekte voranzutreiben. Mit der Zeit haben wir ein Team aufgebaut. Ich habe zuerst einmal lernen müssen, Themen und Aufgaben abzugeben, mich im Zuge dessen aber auch sehr weiterentwickeln können, was Teamaufbau, Führung und Management angeht. Ich möchte ein Vorbild sein, gute Leadership Skills zeigen und dabei helfen, dass mein Team sich (als Ganzes und individuell) entwickelt.

Credit: JUNIQE

Hattest du in der Zwischenzeit mal Momente, wo dir etwas die Puste ausgegangen ist, sprich ein Gefühl von Überforderung?

Man sagt: Eine Gründung ist kein Sprint, sondern ein Dauerlauf. Das ist absolut richtig und man muss immer wieder schauen, dass man genug Kraft hat, sein Pensum auch über viele Jahre durchzuhalten. Wir haben vor mittlerweile fast 7 Jahren begonnen, die Idee von JUNIQE zu verwirklichen. Besonders am Anfang haben wir unglaublich viel gearbeitet, da musste man schon sehr auf sich Acht geben. Ich musste aber erst einmal lernen, meine Grenzen abzustecken und auch mal Nein zu sagen. Denn etwas zu tun gibt es schließlich immer.

Hattest du bzw. habt ihr einen Plan B, falls eine erfolgreiche Gründung mit JUNIQE nicht aufgehen sollte?

Nein, eigentlich nicht. Ich habe mir am Anfang sehr wenig ‘was wäre wenn’ Fragen gestellt, sondern mich nur darauf konzentriert, meine ganze Energie in den Aufbau von JUNIQE zu stecken.

Du bist ein sehr großer Fan von „einfach machen“. Das ist oft einfacher gesagt, als getan. Was rätst du Gründerinnen, die das Gefühl haben in einer Phase zu stagnieren und nicht zu wissen, was sie als nächstes tun sollen, um das Unternehmen auf das nächste Level zu bringen?

Oftmals hilft es, sich Input von außen zu holen. Besonders, wenn man über viele Jahre ein Unternehmen aufbaut, kann es passieren, dass man so tief in seiner Sache verwurzelt ist und im eigenen Saft schmort, dass man keine neuen Ideen und Denkanstöße entwickeln kann. Impulse von außen können da Wunder wirken.

Nun ist es das eine, ein Unternehmen strategisch zu führen und ein anderes, tatsächlich die meiste Zeit damit zu verbringen, was ursprünglich den Funken und die Begeisterung für einen Start hingelegt hat. Wieviel Zeit nimmst du dir noch bzw. kannst du dir in deiner Position nehmen, um das zu tun, was du liebst und nicht nur um Dinge abzuarbeiten?

Mittlerweile bin ich in einer Situation, dass ich mir wieder die Zeit nehmen kann, mich mit Themen zu beschäftigen, die mich sehr begeistern und nicht mehr nur abarbeite. Wir haben über die Jahre nicht nur ein tolles, eingespieltes Team aufgebaut, sondern auch gut funktionierende Prozesse etabliert.

Du bist in den letzten Jahren auch von Forbes zu den „Top 30 unter 30 in Europa“ gewählt worden. Was für eine Auszeichnung! Wie kam es dazu? Wurdest du nominiert oder wurde dir einfach Bescheid gesagt, dass du dort aufgenommen wurdest? Und wie war deine Reaktion auf diese Auszeichnung?

Ich wurde informiert, dass ich auf die Liste aufgenommen worden bin. Natürlich habe ich mich wahnsinnig gefreut und war sehr stolz.

Wenn du nicht Gründerin geworden wärest, wärest du heute …

Puh, schwere Frage. Ich glaube, da wo ich gerade bin, bin ich schon sehr gut aufgehoben 😉

www.juniqe.com
@juniqeartshop

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