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Daniela Gostenig (Daniela G), Musikerin und Künstlerin | „Ich würde ich es sehr begrüssen, wenn ich meinen Job in den nächsten Jahren weiter ausüben darf.“

Daniela Gostenig (Daniela G), Musikerin und Künstlerin | „Ich würde ich es sehr begrüssen, wenn ich meinen Job in den nächsten Jahren weiter ausüben darf.“

Ihre erste Geige hat Daniela Gostenig, die heute unter dem Künstlernamen Daniela G unterwegs ist, bereits mit drei Jahren bekommen. Ein tolles, aber nicht ganz konventionelles Geschenk für ein Kind von drei Jahren. Über die Jahre entwickelte sich somit nicht nur eine Liebe zur Musik, sondern auch ein Drive, der sich zu einer sehr ausgebuchten Künstlerin geformt hat, die Geige mit modernen Beats mixt und auch schon mit Robbie Williams auf der Bühne stehen durfte. Heute lebt sie ausschließlich von ihren Gigs als Geigerin. Für Daniela ein Traumjob, wie wir erfahren.

Liebe Daniela, Wie kam es zu deiner ersten Geige? Hast du sie dir tatsächlich gewünscht oder haben deine Eltern das damals als ein gutes Geschenk befunden?

Ja, ein eher unkonventionelles Geschenk für ein 3-jähriges Kind, aber in der Tat wollten meine Eltern, dass meine Schwester und ich Geige spielen sollten – ich selbst hatte zu dem Zeitpunkt noch keine Meinung dazu, hab die Musik eher spielerisch angesehen, da ich auch mit anderen Kindern anfangs zusammen unterrichtet wurde.

Wann bist du von der klassischen Geige zu modernen Beats geswitcht und warum?

Bis Ende meines 20. Lebensjahres habe ich vorwiegend klassisch gespielt, u.a. im Kölner Jugendsymphonieorchester, bis ich über eine Agentur, nachdem ich einige TV-jobs gemacht habe, angefragt wurde, in Discotheken und Clubs zu performen. Daraufhin habe ich mich musikalisch anders aufgestellt und zu modernen Beats performed, was damals für die Geige noch eher untypisch war (das war ca. 2005).

Du bist unter anderem bereits mit Robbie Williams auf der Bühne gestanden und hast ihn bei seiner Performance unterstützt. Zunächst: Wahnsinn! Wie kommt man zu so einem Gig?

Ja, das war spannend!! Robbie Williams ist ein Ausnahmekünstler und es war natürlich sensationell, mit ihm damals noch bei “Wetten dass… ” nach seiner Pause, auf der Bühne zu stehen! Auch hier bin ich über eine Agentur gebucht worden, die auf mich aufmerksam wurde.

Nun haben bekannte Musiker wie Lindsey Sterling und David Garret die Akzeptanz der Geige in der modernen Musik schon extrem geebnet. Strebst du selbst solche Bühnen als Solokünstlerin an?

Auch das sind tolle Musiker, die es verdient haben an der Spitze stehen. Ich selbst strebe dieses Ziel gar nicht an, habe ich noch nie getan. Ich war immer super happy und zufrieden mit dem, was ich machen durfte. Ich wurde damals in Clubs gebucht, in welchen ich mit DJs zur Party gespielt habe, werde nach wie vor für Shows, diverse Events (Firmenveranstaltungen, Autopräsentationen, Eröffnungen etc.) und Galas gebucht. Hier kann ich mich frei entfalten, mich oder meine Projekte mit anderen Künstlern anbieten. Das ist genau meins.

Kannst du mittlerweile von ausschließlich von deiner Musikkunst leben?

JA! Das konnte ich recht schnell und auch dafür bin ich sehr dankbar.

Wie waren deine Erfahrungen hinsichtlich „Musik ist eine Brotkunst und davon kann man nicht leben.“ Wie lange hat das bei dir gedauert?

Auf mich persönlich trifft diese Redewendung glücklicherweise nicht zu. Ich denke, dass wir Frauen in diesem Bereich bessere Chancen und Verdienstmöglichkeiten haben, als Männer. Daher konnte ich bereits sehr schnell von der Musik leben.

Wenn man sich dein Repertoire auf YouTube usw. anschaut, findet man verschiedene Musikrichtungen, die du angehst. Welches Genre macht dir dabei man meisten Spaß?

Tatsächlich ALLE! Ich genieße wirklich jede Art von Musik, die ich spielen darf. Mein Hauptaugenmerk sind aber ganz klar meine Solo-Jobs, welche auch am häufigsten gebucht werden. Hier geht es meist schnell und dynamisch einher… ich bewege mich einfach auch sehr gerne und lebe dies auch bei meiner Performance aus.

Im “Kontrast” dazu genieße ich aber genauso die Gigs, bei welchen ich zu Empfängen, Dinnerabenden o.ä. zu entspannter Chillout-Atmosphäre performe. Hier stehe ich keineswegs im Mittelpunkt, aber das ist für mich persönlich entspannter und auch musikalisch vielfältiger, da ich hier noch mehr mit der Musik verschmelze.

Hast du deinen Traumberuf gefunden?

Auch hier wieder ganz klar: JA!!!

Wo soll es für dich noch hingehen?

Das ist eine gute Frage… in Anbetracht der wirtschaftlichen und politischen Situation ist es sowieso fraglich, wohin es für unsere Branche (Musik, Entertainment etc.) geht. Ich könnte mir vorstellen, dass es noch einige Monate dauern wird, bis alles wieder seine Wege gehen wird. Aber auch diese spezielle Situation derzeit genieße ich sehr, da ich vor Corona sehr viel unterwegs war und diese Pause sehr willkommen heiße. Aber unabhängig davon, würde ich es natürlich sehr begrüssen, wenn ich meinen Job in den nächsten Jahren weiter ausüben darf…

www.danielag.com
@danielagviolin

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