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Nami Fündling and Katharina Bürger, Gründerinnen von Binu Naturkosmetik | “Die Zusammenarbeit mit den eigenen Eltern bringt den Nachteil, dass man keine richtige Freizeit mehr zusammen verbringt, denn wir reden meistens über das Geschäft.“

Nami Fündling and Katharina Bürger, Gründerinnen von Binu Naturkosmetik | “Die Zusammenarbeit mit den eigenen Eltern bringt den Nachteil, dass man keine richtige Freizeit mehr zusammen verbringt, denn wir reden meistens über das Geschäft.“

Nami Fündling and Katharina Bürger sind tatsächlich Schulfreundinnen und waren schon seit der 8. Klasse zusammen unterwegs. Obwohl sie nach dem Abitur dann unterschiedliche Wege eingeschlagen hatten, waren die beiden aber immer eng in Verbindung, sind mit Freunden zusammen verreist etc. 2015 wurde dann der Startschuss für ihr heutiges Seifenbusiness gelegt und sie gründeten Binu Naturkosmetik. Mit Nami´s Eltern in Korea als Unterstützende Kräfte in der Produktion von Naturseifen, schmiedeten die beiden ein großartiges Konzept aus, dass bis heute schon große Erfolge erzielen konnte.

Hallo Ihr beiden, wer hatte die Idee für Binu?

Katharina: Beide zusammen, das Produkt war zuerst da, die Stückseife, welche Namis Eltern in ihrer eigenen Manufaktur herstellen. So eine qualitativ hochwertige, milde und natürliche Stückseife kannte ich zuvor nicht. Die Multifunktionalität und Einfachheit war genial.

Nami: Dass wir uns zusammentun und eine neue Marke aufbauen, hat sich im Laufe von ein paar Monaten 2015 mehr und mehr entwickelt. Irgendwann haben wir uns gesagt: Wenn nicht jetzt, wann dann?!

Was habt ihr vor eurer Selbstständigkeit gemacht?

Katharina: Ich war zwei Jahre bei einer großen Werbeagentur in der Strategie tätig, wo ich innerhalb kürzester Zeit viel lernen und früh Verantwortung übernehmen konnte. Danach habe ich in zwei kleinen (eines davon ist heute sehr groß) Startups die Marketingkommunikation geleitet, was mich super auf meine Selbstständigkeit vorbereitet hat.

Nami: Ich habe in meinen 20ern neben meinem Wirtschaftsingineur Studium gearbeitet, was mir viel finanziellen Freiraum und frühe Selbstständigkeit ermöglicht hat. So habe ich aber etwas länger studiert als andere. Nach meinem Master Studium in Amsterdam stand ich vor der Wahl zwischen eine Festanstellung in Frankfurt und BINU zu gründen. Ich habe mich mit meinen Eltern beraten und dann für BINU entschieden.

Warum habt ihr euch für eine eigene Produktion und Produktlinie entschieden und nicht einfach für den Import von Seifen anderer Brands?

Rückblickend wäre das viel einfacher gewesen, allerdings war es auch unser persönlicher Anspruch, ein wirklich besonderes und einzigartiges Produkt zu fertigen. Alles andere wäre ja einfach nur Marketing gewesen. Außerdem haben wir mit unserer Eigenmarke mehr Freiraum und Flexibilität. Wir können neue Produkte entwickeln und schneller reagieren. Es ist definitiv mehr Verantwortung und riskant, aber die Mühe zahlt sich aus.

Credit: Binu Naturkosmetik

Auf wieviel Wissen über die Beautyindustrie und Seifen im speziellen habt ihr bei euer Gründung bauen können?

Bei uns war es learning by doing, was sich Stück für Stück zu einer Obsession entwickelt hat. Wir verwenden beide nur noch hauptsächlich Naturkosmetik. In Korea haben wir eine sehr erfahrene Beraterin für die Seifenherstellung. Sie entwickelt mit uns – auch derzeit ­­­– neue Rezepturen. Sie kennt sich sehr gut aus und hat vor langer Zeit aufgrund eigener Hautprobleme eine eigene Seifenproduktion gestartet. Mittlerweile suchen wir gemeinsam nach interessanten Inhaltsstoffen, die in den Seifen auch wirksam bleiben. Unser Wissen über Seifen und Kosmetikprodukte wächst jeden Tag. Es ist sehr spannend und freuen uns darüber, uns weiterbilden zu können.

Wielange nach Gründung habt ihr euer erstes eigenes Produkt in den Händen gehalten?  

Als die Entscheidung gefallen ist zu gründen, ging es sehr schnell. Wir konnten dank der engen Anbindung an unsere Produktion schon nach drei Monaten starten.

Wieviele Produkte habt ihr derzeit im Sortiment und in welcher Regelmäßigkeit launcht ihr neue Produkte?

Unser Produktsortiment umfasst derzeit fünf Gesichtsseifen, eine Haarseife, unsere Minis und Cleansing Brush, sowie die koreanische Pflegelinie von Sandawha, die wir als exklusive Distributoren vertreiben. Für dieses Jahr sind noch zwei neue Seifen geplant, Sandawha bekommt zwei großartige zertifizierte Linien, auf die man sich freuen darf.

Während ihr beide das Business von Berlin aus leitet, sind Nami´s Eltern in Korea für die Produktion zuständig. Welchen Vorteil habt ihr dadurch und was macht das zeitgleich aus herausfordernd?

Nami: Die Zusammenarbeit mit den eigenen Eltern bringt sehr viele Vorteile. Am schönsten ist es, dass wir offen und ehrlich sprechen können, was in Produktentwicklung das Wichtigste ist. Sie sind sehr unterstützend und haben den gleichen Anspruch. Da sie schon viel länger selbstständig sind, sind sie sehr verständnisvoll und geduldig. Sie beraten uns und bringen immer wieder neue Ideen ein. Ein kleiner Nachteil ist, dass man keine richtige Freizeit zusammen verbringen kann. Wenn wir telefonieren oder uns sehen, reden wir meistens über das Geschäft.

Waren die beiden gleich mit an Bord oder musstet ihr erst Überzeugungsarbeit leisten?

Nami: Ja, sie waren gleich mit an Bord. Meine Mutter war schon immer selbstständig und mein Vater auch schon seit fast 20 Jahren. Daher kennen sie die Vor- und Nachteile an der Selbstständigkeit. Sie sind beide sehr positiv und haben uns ermutigt, dass es mehr Vorteile gibt und diese wertvolle Erfahrung uns stärker machen wird. Das war sehr positiv, dass wir diese wertvolle Unterstützung bekommen haben, schließlich produzieren sie ja für uns.

Credit: Lovis Ostenrik

Werden bei Nami´s Eltern ausschließlich Seifen für Binu produziert oder führen die beiden noch ein eigenes Business?

Die beiden haben ein Business für Bienenwachskerzen. Die Seifen waren ein kleines Projekt, weil sie sich für Naturkosmetik interessiert haben. Sie hatten auch nicht wirklich vor, das Business auszubauen, aber dann kamen wir. Sie führen hauptsächlich das Kerzenbusiness und die Seifen produzieren sie nebenher nur für uns.

Nachhaltig zu Produzieren bedeutet in vielen Fällen auch dass der Preis des Endproduktes ansteigt. Wie stellt ihr sicher, dass eure Produktpalette auch im Preisverhältnis stimmt und nicht überhandnimmt?

Naturkosmetik ohne günstige Rohstoffe und Filler, wie Mikroplastik und Mineralöl, herzustellen ist in der Herstellung um ein Vielfaches teurer als konventionelle Kosmetik. Als kleines Unternehmen hat man mit kleinen Batches am Anfang zudem sehr hohe Kosten in der Herstellung. Nun sind unsere Batches etwas größer geworden. Die Produktionsstätte ist besser koordiniert, sodass keine unnötigen Arbeitsschritte mehr gemacht werden müssen. Außerdem sparen wir im Vergleich zu unseren ersten Produkten auch an Verpackungsmaterialien. Das ist wiederrum nachhaltiger, weil wir keinen Plastik mehr produzieren. Win Win! Mit dem stetigen Wachstum sinken unsere Produktionskosten pro Stück. Das wollten wir unbedingt zurückgeben und haben im letzten Jahr den Preis unserer Produkte um ca. 3 Euro angepasst. Schließlich wollen wir nachhaltig und nahbar sein.

www.binu-beauty.de
www.sandawha-skincare.com

@binubeauty

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