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Laura Escoter Torres | Co-Founder von ART OF OIL | “Man kann gut und gerne sagen wir haben uns Flasche für Flasche hochgearbeitet.”

Laura Escoter Torres | Co-Founder von ART OF OIL | “Man kann gut und gerne sagen wir haben uns Flasche für Flasche hochgearbeitet.”

Nach Laura´s Kindheit in Barcelona hat es die Spanierin für ihr Biotechnologie Studium im Jahr 2011 nach Manchester verschlagen. Dort hat sie dann auch ihren Ehemann Christian kennen und lieben gelernt, welcher dort parallel Business Management studierte. Damals hatten beiden noch nicht mal im Entferntesten daran gedacht, irgendwann in der Lebensmittel Branche tätig zu werden. Heute stellt das Paar mit Art of Oil Olivenöl in Perfektion unter der Sonne Spaniens her. Wir haben mit Laura über die Gründerstory gesprochen.

Wie kam es zur Idee von ART OF OIL?

Noch während des Studiums besuchte ich zusammen mit Christian meine Oma Rosa im spanischen Hochland. Es war ein toller Urlaub. Während der Zeit vor Ort, fiel mir dann aber auch sofort auf, was ich in England (neben der Sonne) am meisten vermisse. Ein wirklich gutes Olivenöl! Und wie Großmütter ebenso sind, hatte ich bei meiner Rückreise einen 5 Liter Kanister spanisches Olivenöl im Gepäck. Als wir dieses Olivenöl an Freunde und Verwandte (auch in Deutschland) verschenkten, merkten wir, dass der Wunsch nach einem aromatischen und hochwertigen Olivenöl nicht nur bei uns riesengroß war. So beschlossen wir, noch mehr Menschen dieses Erlebnis zu ermöglichen. Die Idee war geboren!

Wieviel habt ihr über den Anbau und die Möglichkeiten von Oliven gewusst vor der Gründung?

Als Spanierin hatte ich schon immer einen besonderen Bezug zu Olivenöl. Jedes spanische Kind wächst gefühlt zwischen Olivenbäumen auf. Aber um den Vergleich heranzuziehen, Hand aufs Herz, wieviel kannst du mir über die Produktion beispielsweise von Butter erzählen? Es war natürlich seit ich denken kann ein fester Bestandteil unserer Ernährung aber bis auf ein paar Kleinigkeiten, die ich bei Besuchen mit meiner Oma auf den katalanischen Olivenfeldern aufgeschnappt hatte, wusste ich nicht allzu viel darüber.

Was macht euer Olivenöl so besonders?

Klar kann man jetzt sagen es erfüllt die höchsten Standards, die es im Bereich „Olivenöl“ gibt. Aber das wäre glaube ich zu einfach. Ich finde bei jedem unserer Produkte spürt man die Hingabe und die Emotionen, die in der Herstellung unserer Öle einfließen. Klar, kann man sagen: Da ist ein Olivenbaum und daraus wir dann Öl produziert. Aber wie so oft im Leben schafft erst der liebevolle Umgang mit dem Grundprodukt, die schonende Ernte und auch die Sorgsamkeit bei der Verarbeitung, ein überzeugendes Endergebnis.

Wie erreicht ihr eure Kunden? Was ist euer effektivstes Marketingtool?

Zum Start von ART OF OIL waren wir meist auf Design Märkten und kleinen Food Messen unterwegs. Aber unser stärkstes Marketingtool ist unsere Transparenz und Ehrlichkeit. Unsere Kunden spüren, dass wir alles mit viel Herz und absoluter Überzeugung machen. Und ein stärkeres Tool kann man sich glaube ich gar nicht erst wünschen.

Wie habt ihr euch finanziert?

Das war zu Beginn natürlich eine schwere Zeit. Christian und ich haben unsere ersten Flaschen noch von Hand im Keller abgefüllt und auf kleinen Messen für Endverbaucher an den Mann oder die Frau gebracht. Und je mehr wir verkauft haben, desto mehr konnten wir dann auch wieder nachproduzieren. Man kann gut und gerne sagen wir haben uns Flasche für Flasche hochgearbeitet.

Sogar eure Verkaufsflaschen erfüllen einen wichtigen Job für eure Qualität. Erzähle uns bitte mehr darüber.

Klar. Darauf werden wir auch sehr häufig angesprochen. Natürlich ist die Flasche im ersten Moment allein optisch ein absolutes Highlight. Aber natürlich haben wir uns dabei auch noch einiges mehr gedacht. Als eine der höchsten Qualitätsstufen von Keramikerzeugnissen bietet das sogenannte „Steinzeug“ unseren kostbaren Ölen 100%igen Lichtschutz und ist zugleich absolut lebensmittelecht. Ich würde sagen eine Win-Win Situation für Öl und Verbraucher.

Über mehrere Länder und Kulturen zu arbeiten stellen wir uns verwaltungstechnisch ziemlich komplex vor. Welche Erfahrungen habt ihr gemacht – auch gegeben, dass die Spanier für eine etwas entspanntere Lebenseinstellung bekannt sind?

Bei der Verwaltung und Bürokratie wäre es natürlich deutlich einfacher, wenn sich alles in Deutschland abspielen würde. Bio Zertifizierungen vor Ort auf den Feldern, Import der Produkte, verschiedene Steuersysteme und alles was dazu gehört. Aber da bei uns sowohl die deutsche als auch die spanische Mentalität vorherrscht, lässt sich das Ganze gut bewältigen. Aus kultureller Sicht war es für mich keine allzu große Umstellung. Als Geschäftspartner kommt es in Spanien schon mal vor, dass zum Essen mit der gesamten Familie eingeladen wird. Dadurch entsteht eine komplett andere Beziehung zum Gegenüber und man lernt viel über die Art und Denkweisen der anderen Kulturen. Und diese Nähe ist etwas, dass sowohl Christian als auch ich sehr schätzen und lieben.

Es scheint, als ob bei euren Produkten auch eine Lebensphilosophie und ein Lebensgefühl an eure Kunden weitergegeben wird. Wie wichtig ist euch das im Sinne eures Brandings?

Genau das steht bei uns an oberster Stelle. Wir versuchen mit unseren Produkten nicht nur das spanische Lebensgefühl an die Leute zu vermitteln, sondern auch eine Lebensphilosophie. In der heutigen Zeit macht man sich über so vieles Gedanken und verliert dabei das Wesentliche aus den Augen. Dabei ist Zeit mit der Familie und Freunden das Wichtigste, was wir haben. Und da wir diese Zeit in Spanien meist mit Essen verbringen, wollen wir das mit unserem Olivenöl auch hier in Deutschland mehr und mehr in die Köpfe der Leute bringen. Zusammen kochen, Essen genießen und den Alltagsstress hinter sich lassen.

Wie oft seid ihr noch in Spanien?

Wir versuchen natürlich nach wie vor so oft wie möglich in meine spanische Heimat zu reisen. Die Familie spielt bei uns eine große Rolle und, wir sind jedes Jahr zu allen wichtigen Feiertagen bei meiner Familie und meiner Oma. Auf die Felder versuchen wir so oft es die Zeit zulässt zu kommen. Auch um die enge Beziehung zu unserem Bauern vor Ort aufrecht zu erhalten. Aber allerspätestens zur Ernte im Oktober trifft man uns jedes Jahr auf den Feldern in Mascaraque an.

Woran arbeitet ihr derzeit?

Parallel zu meiner Promotion, welche in den letzten Zügen ist, planen wir aktuell eine umfangreiche Onlinestrategie die, wie wir ja alle wissen, nie ein wirkliches Ende findet. Uns wird es in Zukunft definitiv nicht langweilig und unsere Kunden können noch einiges erwarten.

www.artofoil.com

@artofoil

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