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Wie das ändern meiner Gedanken mein Leben veränderte
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Wie das ändern meiner Gedanken mein Leben veränderte

Wenn du Montag Morgen aufwachst, freust du dich auf deinen Job und die Herausforderungen, die er mit sich bringt?

Gehst du mit guter Energie und Enthusiasmus zu deiner Arbeitsstelle und verlässt diese auch genau so?

Hast du das Gefühl du entwickelst dich stetig weiter, dienst einem höherem Zweck und hilfst damit sogar Anderen?

Kurz gefragt: Fühlt sich deine Arbeit nicht wie Arbeit an? Wenn ja, dann herzlichen Glückwunsch und mach weiter so! Dir geht es dann ganz anders als den meisten Menschen.

Foto: Jack Antal | Unsplash

Warum folgen wir nicht einfach unserem Herzen und führen stattdessen einen Job aus, der uns schlichtweg nicht erfüllt? Warum leben wir von Wochenende zu Wochenende und von Urlaub zu Urlaub, anstatt uns den Dingen zu widmen, die uns dieses großartige Gefühl von Selbstbestimmung und Freiheit sogar täglich geben können? Wann haben wir aufgehört uns und unsere Bedürfnisse ernst zu nehmen?

Während wir zur heutigen Zeit an Unabhängigkeit, Selbstständigkeit und Visionen festhalten können, sieht die Generation unserer Eltern vieles noch mit anderen, ängstlicheren, Augen.

Aufgezogen von Eltern, die den Krieg oder unmittelbare Zeit nach dem Krieg miterlebt haben, sind sie heute froh darüber, einen gut bezahlten Job zu haben, ein Haus zu besitzen, ein Auto und täglich Essen auf dem Tisch zu sehen. Und wenn man dann auch noch ein bis zwei Mal im Jahr in den Urlaub fahren kann, kann man sich gar nicht glücklicher schätzen, oder?

Das macht sogar durchaus Sinn für diese Generation, denn den Luxus der Selbstverwirklichung, wie wir ihn heute kennen, kannten sie damals noch nicht.

Ich aber, die all das nicht erlebt hat und in einem gutbehüteten Umfeld ohne irgendwelche Sorgen aufgewachsen ist, kam irgendwann an einen Punkt, an dem ich einfach mehr wollte, als das was ich in meinem Leben vorfand.

Ich studierte Bauingenieurwesen und arbeitete anschließend auch als Bauingenieurin an einem großen Infrastrukturprojekt in einer tollen Firma und mit einem super Team. Mir ging es gut, ich hatte alles, was ich brauchte und noch mehr. Ich tat das, was ich gut konnte und ich hatte Spaß daran. Trotzdem hatte es sich falsch angefühlt; wie ein Schuh, der trotz der richtigen Größe, einfach nicht richtig sitzen wollte.

Ich tat in der Vergangenheit immer das, wovon ich dachte, dass es von mir erwartet wurde. Schloss das Abitur ab, studierte fleißig und bekam einen sogenannten ‚ordentlichen’ Job und machte damit jeden glücklich – außer mich selbst.

Ich fühlte mich unvollkommen. Dieses Gefühl kam aber nicht von dem Job oder der Stadt, in der ich wohnte. Es kam von mir. Es waren meine eigenen Gedanken, die mich limitierten. Mir wurde klar, dass wenn ich meine Gedanken nicht ändere, sich mein Leben ebenfalls nicht ändern würde, denn ändert sich der eigene Fokus, so ändert sich die ganze Welt.

Einige Monate später bekam ich die Chance mit meinem damaligen Partner nach Kalifornien zu ziehen. Weg von Familie, Freunden, gewohnter Umgebung und meinem sicheren Job.

Hatte ich Angst vor dem Ungewissen? Ja.

Hatte ich Angst alles hinter mir zu lassen? Ja.

Hatte ich Angst einen Fehler zu machen? JA!

Dennoch sagte ich zu. Und so zogen wir Mitte 2015 nach Kalifornien, wo sich alles für mich änderte. Ich war nicht nur weit weg von meiner Familie und meinen Freunden, sondern in erster Linie auch von der mir so vertrauten Lebenseinstellung, die sich in vielen trüben Gesichtern meines Alltags widerspiegelte.

Wie machtvoll Gedanken tatsächlich sind, erklärt Dr. Joe Dispenza, Neurowissenschaftler und Autor von ‚Ein neues Ich’ und ‚Du bist das Placebo’ auf ganz einfache Weise:

Wir haben rund 60-70.000 Gedanken pro Tag und 90 Prozent der Gedanken sind dieselben wie am Tag zuvor. Die selben Gedanken führen zu dem selben Verhalten. Das selbe Verhalten führt zu den selben Erfahrungen. Die selben Erfahrungen produzieren die selben Emotionen. Und wie du denkst, wie du handelst und wie du fühlst, bestimmt deine Persönlichkeit und daher deine persönliche Realität.

Möchte man also eine neue persönliche Realität schaffen, sollte man darüber nachdenken, worüber man die ganze Zeit nachdenkt und es ändern, damit sich die Zukunft ändert. Man muss das Problem am Ursprung packen um es auf lange Sicht zu lösen, anstatt nur die Symptome zu bekämpfen.

Wenn ich jetzt zurückdenke, macht es dies Erkenntnis durchaus Sinn, denn für mich war mit dem Umzug in die USA nichts mehr gleich. Ein neues Land, neue Traditionen und Bräuche. Eine neue Sprache, neue Menschen in einer neuen Umgebung. Alles war neu, selbst meine Gedanken und meine Lebenseinstellung.

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Wochen vergingen und der neue Wohnort fühlte sich immer weniger wie ein langverdienter Urlaub an. Das war jetzt mein zu Hause. Ich saß zwischen Palmen, Meer und unter der warmen Sonne – und trotzdem spürte ich eine oft unterdrückte Unruhe, ja sogar Panik.

Was sollte ich nun aus meinem Leben machen? Ich war unruhig, ungeduldig und oftmals frustriert. Ich war planlos und es fühlte sich an, als würde ich viel weniger über mich wissen, als je zu vor.

Die Tatsache, dass ich in den nächsten 50 Jahren, 18 Jahre Urlaub bzw. Wochenende haben würde und damit auch unglaubliche 32 Jahre arbeiten werde, machte die Klärung dieser Frage für mich nur noch dringender. Welch ein Leben hätte ich wohl, wenn ich einen Job ausführen würde, der mich nicht vollständig erfüllt? Und das stolze, 32 Jahre lang?

So entschied ich mich, vorerst nicht in meinen hart erkämpften Beruf des Bauingenieurwesens zurückzugehen, sondern überlegte mir stattdessen, was mir leicht fallen würde. Wobei hätte ich Spaß und meine Fähigkeiten würden zum Einsatz kommen?

Alle meine Gedanken kreisten fortan ums Kochen, Schreiben und Fotografieren.

Jedoch auch nicht ganz ohne Gegenstimmen: Freunde, Bekannten, ja sogar Familie versuchten mich umzustimmen und mich zur Vernunft zu ermahnen: „Du bist doch Bauingenieurin! Schließlich hast du nach fünf Jahren deinen Master erfolgreich absolvieren können, und das willst du jetzt alles wegschmeißen?“. „Nein, nicht wegschmeißen! Ich habe mit dem Bauingenieurstudium in mich investiert und genau das, werde ich weiterhin tun: Investieren! – in mich! Nur dieses Mal in meine grenzenlose Leidenschaft fürs Kochen!“ – sagte ich mir. Die Leidenschaft zum Kochen und Rezepte entwickeln hatte ich schon von klein auf, die Idee damit Geld zu verdienen, jedoch bis zu dem Zeitpunkt noch nie.

So nahm ich meinen Mut zusammen, schob alle Unsicherheiten beiseite und startete Ende 2015 meinen Food Blog (www.homemadeandhappiness.com), mit dem ich nicht nur das Kochen, sondern auch mein Hobby zum Anrichten und Fotografieren vereinen konnte. Daraus entstand dann folglich mein erstes und zweites Buch.

Das zu tun, was ich nicht nur liebe, sondern, was mir auch leicht fällt, ist etwas, was ich mir nie erträumen konnte. Ich sage damit  nicht, dass es immer einfach ist, und es gibt Tage, an denen ich mich frage, ob ich das Richtige tue. Oft findet mein Kopf nicht die passende und beruhigende Antwort, mein Herz jedoch immer – und deswegen bin ich noch hier, entwickle Rezepte, koche, fotografiere und schreibe fleißig und hoffe weiterhin vielen Menschen damit eine Freude bereiten zu können.

Stabiler, sicherer oder finanziell besser als in meinem Bauingenieurwesen-Job bin ich bislang noch nicht aufgestellt, aber ich bin definitiv glücklicher, mit mir selbst vereinter und ausgeglichener, als ich es jemals war. Fakt ist, mit dem Umzug nach Kalifornien und dem damit einhergehenden „Bildwechsel“ bin ich aufgewacht und habe mein Leben unabhängig anderer Ideologien in die eigene Hand genommen.

Dies ist ein Gastbeitrag von Kristina Koch.

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